International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Es muss etwas passieren!

Ich sitze in dem großen Tagungsraum der Auferstehungskirche in Berlin, in der die Reklim Konferenz stattfindet. Nachdem Prof. Dr. Peter Lemke die vorangegangenen Tage Revue passieren lässt, betritt  Prof. Dr. Mojib Latif die Bühne. Selten habe ich einen so guten Vortrag gehört. Übersichtlich und vor allem: verständlich. Für Laien wie mich, war es nicht immer ganz einfach den wissenschaftlichen Beiträgen zu folgen. Latif schafft es innerhalb von 15 Minuten mir die wichtigsten Aspekte des Klimawandels nahezubringen.

Mit der Fragestellung: „Was können wir heute vom Klimawandel tatsächlich schon sehen?“, beginnt er seinen Beitrag. Grafiken über den Rückgang der Eisschollen in Grönland zeigen die haarsträubenden Veränderungen der letzten Jahre. Gleichzeitig präsentiert Latif eine Statistik, wie der  CO2 Ausstoß weiter gehen wird. Wenn wir nicht bald etwas für unser Klima tun, haben wir bis Ende des 20. Jahrhunderts einen Temperaturanstieg von etwa sechs Grad zu erwarten. Wir verlieren mit einer rasenden Geschwindigkeit das Arktische Meereis. Inzwischen sind über 30 Prozent der Arktischen Fläche verloren gegangen.

Der Meeresspiegel ist seit 1900 ungefähr um 20 Zentimeter im globalen Durchschnitt gestiegen. Das entspricht drei Millimetern pro Jahr. Das hört sich im ersten Moment nicht viel an. Denken wir aber an die zukünftigen Generationen ist das eine ganze Menge. „Wenn wir die Luft, die unsere Kinder atmen werden, und das Essen, das sie zu sich nehmen werden, und wenn wir die Träume all unserer Nachkommen über unsere kurzfristigen Interessen stellen – ja, dann ist es vielleicht noch nicht zu spät“, sagt Barack Obama.

DSC_0476Laut Prof. Dr. Mojib Latif bestehe noch Hoffnung. Ich selbst tue mich schwer, hoffnungsvoll zu sein, wenn ich daran denke, dass jeden Tag Fußballfeldgroße Flächen Regenwald abgeholzt werden. Ich erinnere mich an die extremen Überschwemmungen in Passau, an Stürme bei denen Menschen ums Leben kamen, Hagelfälle, die ganze Ortschaften zerstören. Doch Latif bleibt positiv. „Der Treibhauseffekt ist eine gute Sache“, sagt er. Leider ist seit den siebziger Jahren dieser Effekt so verstärkt worden, dass die Erde sich immer weiter erhitzt. Vor allem die Nordhalbkugel ist betroffen, weil sie einen größeren Landanteil hat und dieser sich schneller aufwärmt als Wasser.

Die Veränderung des CO2 Gehalts spielt auch für die Meere eine große Rolle. Je mehr CO2 das Wasser aufnimmt, desto negativer wird der PH-Wert. Wir müssen uns also auch noch mit der Übersäuerung der Ozeane beschäftigen. Als gäbe es nicht schon genügend verheerende Folgen, denke ich. Korallen und andere Lebewesen im Ökosystem sind massiv bedroht. „Auch wenn die Forschung zu diesem Thema noch nicht auf dem neusten Stand ist, könnte das eine tickende Zeitbombe sein.“

Ich glaube, dass Vielen die facettenreichen Folgen noch nicht bewusst sind. Es geht hier nicht nur um die Natur, sondern um Krankheiten, Wasser- und Lebensmittelmangel. Langfristig können wir noch gar nicht abschätzen, was die Klimaerwärmung für uns bedeutet. Aber wir können beginnen ein Bewusstsein dafür zu bekommen und jeder für sich etwas dagegen tun. Ob es weniger Autofahren, weniger Wasserverschwendung, oder Wissensvermittlung ist. Es muss etwas passieren!

Kann mal bitte jemand das Klima verstehen?

Das Klima verändert sich. Nicht nur heute, sondern auch schon vor tausenden von Jahren. Tiere können das Klima nicht verstehen. Sie gewöhnen sich an die Umstände oder ihre Spezies stirbt aus. Ganz nach dem Motto der Selektion von Charles Darwin. Bei den Menschen ist das anders: Mit der Zeit begannen sie, das Klima zu erforschen. Verstehen tut es – so scheint es zumindest – bisher noch niemand so richtig. Die Wissenschaft versucht sich daran. „Unsere Studie ist eine gute Voraussetzung für weitere Forschungen in diesem Themenbereich“, sagt Frau Bierstedt, die sich mit Wind und Klima beschäftigt. Mit dieser Aussage steht sie nicht alleine da.

Dennoch geben sich die Forscher Mühe, das Thema zugänglicher für alle zu machen. Um das Klima auch zukünftig besser zu verstehen, gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Natur begutachten. „Schnee sagt eine Menge über die Temperaturen der jeweiligen Jahre aus. Vor allem Staubpartikel und Gesteinsreste im Schnee spielen eine wichtige Rolle für die Forschung. Das Problem ist, dass wir nicht feststellen können, wie weit das schon zurückliegt“, berichtet Helene Hoffmann, von der Universität Heidelberg.

Helene Hoffmann und ihr Team haben sich auf die Alpen spezialisiert um das frühere Klima in Europa zu erforschen. Da die Alpen noch relativ „jung“ sind, blieb nur ein Gletscher („Colle Gnifetti“) übrig. Mit komplizierten Mess- und Bohrgeräten drangen sie in die Tiefen des Gesteins.

Nicht nur Schnee ist ein wichtiges Merkmal. Die Form und Dicke von Baumringen zeigen signifikante Ausprägungen des Wetters im alten Europa und seine extremen Schwankungen. Auch hier gibt es Einschränkungen, die die Wissenschaft bisher noch nicht überwunden hat. Insekten und Krankheiten verzerren das Bild. Allerdings können anhand der Baumringe Trockenzeiten ermittelt werden, was Rückschlüsse zulässt, welche Sommer besonders regenarm waren.

Neben Bäumen und Schnee ist auch Ablagerungsgestein in Seen eines der wichtigsten Forschungsinstrumente. Viele Seen, so zum Beispiel auch der Czechowskie See in Polen, entstanden vor langer Zeit und erzählen ihre eigene Geschichte über das Klima. An den vielen unterschiedlichen Gesteinen kann man die damalige Landschaft einfach rekonstruieren und Aussagen über die Bedingungen treffen.

Extreme Winde und Luftdruck haben die Wetterbedingungen immer wieder über Jahrhunderte verändert. Schnellere Winde führten beispielsweise zu warmen Zeiten, vor allem in den nördlicheren Regionen von Europa. Zudem sind extreme Stürme, Trocken- und Eiszeiten stark vom Luftdruck abhängig.

Bei all diesen Forschungen bleibt für mich dennoch die Frage offen: Macht es Sinn, das Klima von vor tausenden Jahren zu untersuchen? Sind es Perioden, die immer wieder kommen und können wir uns durch die Wissenschaft darauf vorbereiten? Oder verändert das Klima sich stetig und wir Menschen müssen uns anpassen?

Quelle: freeimages.com

Vulkane – die Ventile der Erde

Weltweit gibt es derzeit etwa 1900 aktive Vulkane. Sie sind nicht nur auf der Erdoberfläche, sondern auch in den Tiefen der Meere zu finden. Jeder einzelne Vulkan ist ein Puzzleteil, das zusammen mit den Erdplatten die Erdkruste bildet. Die meisten Vulkane gibt es deshalb auch an den Plattengrenzen. Hinter ihnen liegen nämlich die Zonen, in denen die Erdkruste besonders viele Spalten und Risse hat.

Sobald geschmolzenes Gestein (Magma) aus den Öffnungen der Erdkruste tritt, spricht man von einem Vulkanausbruch (Eruption). Dabei sind Ausbrüche nicht immer explosiv, denn in manchen Fällen fließt das gasarme Magma nur aus den Kratern heraus. Sobald das flüssige Magma an die Erdoberfläche tritt, wird es Lava genannt.

Vulkaneruptionen dienen hauptsächlich als eine Art Überdruckventil, das verhindert, dass die Erde irgendwann wie eine überreife Tomate aufplatzt. Vulkanausbrüche sind gleichermaßen gefährlich wie nützlich. Einerseits führen manche zu regelrechten Naturkatastrophen, bei denen sogar Menschen in den betroffenen Gebieten sterben können. Andererseits verdankt die Erde ihnen das fruchtbare Land, auf dem Vegetation gedeiht, Tiere ihren Lebensraum finden und Menschen ihre Nahrung anbauen. Lava fließt teilweise kilometerweit wie ein brennender Fluss durch das Land. Kühlt die Lava ab, entsteht neuer, nährstoffreicher Boden. Austretende Lava sorgt zugleich für den Aufbau des eigenen Vulkanbergs. Je mehr von der glühenden Masse über die schon erkalteten Ströme fließt, desto höher baut sich Schicht für Schicht ein Berg auf.

Vulkanausbrüche können Natur und Verkehr auch tausende Kilometer von ihrem Ursprung entfernt beeinträchtigen. Denkt man an den Vulkanausbruch in Island 2010 (Eyjafjallajökull), fällt einem als Erstes die massive Ausbruchswolke ein, die für eine enorme Behinderung des internationalen Flugverkehrs sorgte. Oftmals wird von einer „Aschewolke“ gesprochen. In diesem Zusammenhang ist das Wort Asche aber nicht ganz korrekt. Aus einem Vulkan treten der Staub von Lavagestein oder auch reiner Wasserdampf aus, nicht jedoch verbrannte Mineralien (Asche). Das Wertvollste, was ein Vulkan fördert, ist Wasser. Sobald die Wasserdampfwolken abkühlen, beginnt es zu regnen.

Aber Vulkane können noch mehr: Sie fördern das Leben in den Meeren. In den Tiefen der Ozeane gibt es außerordentliche Ökosysteme, die es ohne die Lava und die Säure, die entsteht, wenn Schwefel und flüssiges Kohlenstoffdioxid auf Wasser treffen, so gar nicht gäbe. „80 Prozent aller Vulkanausbrüche ereignen sich unter Wasser“, berichtet Joe Riesing von der University of Washington. Je nach Säuregehalt unterscheiden sich die Ökosysteme signifikant. Es gibt karge Steinwüsten, in denen nur Bakterien und eine einzige Garnelenart leben, aber auch wahre „Säureparadiese“, in denen es nur so von Leben wimmelt. Die Vulkangase ernähren Massen von Schwefelbakterien. Schwärme von kleinen Garnelen, Napfschnecken und Rankenfußkrebsen bedecken das Vulkangestein.„Die Tiere sind perfekt an Umweltbedingungen angepasst, die für das normale Leben im Meer tödlich wären“, sagt der Geologe Bill Chadwick von der Oregon State University.

Vulkane beeinflussen natürlich auch unser Klima. Speziell Tröpfchen schwefliger Säure, „Aerosole“ genannt, geraten bei einer Eruption in die Stratosphäre. In der Sphäre wandelt sich das Schwefeldioxid zu Tonnen von Sulfat um, das dann um den ganzen Globus wandert. Aerosolen beeinflussen die Temperatur in vielerlei Hinsicht: Die Säuretröpfchen führen zunächst zu einer Erwärmung der Stratosphäre durch das Anziehen von Sonnenenergie. Das hat zur Folge, dass weniger Energie auf der Erdoberfläche ankommt, wodurch die Temperatur auf der Erde stetig in kleinen Schritten sinkt.


Fakten

    1. Es gibt weltweit etwa 1900 aktive Vulkane.
    2. Der Kilauea auf der Insel Hawaii ist zur Zeit der aktivste Vulkan.
    3. Gleich dahinter kommt der Vulkan Stromboli in Italien.
    4. Der höchste Vulkan auf der Erde ist der Mauna Loa auf Hawaii (4149 Meter).
    5. Der höchste Vulkan auf dem Festland ist der Neavado Ojos del Salado in Chile (6885 Meter).
    6. Der Vulkanausbruch, der die meisten Menschenleben forderte, war in Sumbawa, 1815. Durch den Vulkan Tambora starben 92.000 Menschen.
    7. Lavaströme können bis zu 50km/h schnell werden. Dieser Rekordwert wurde am Vulkan Piton de la Fournaise gemessen.
    8. In Deutschland gibt es an der Eifel Vulkanfelder. Sie gelten aber nicht mehr als aktiv.
    9. Weltweit sind jährlich 50 bis 60 Vulkanausbrüche registriert.
    10. Die meisten Vulkane gibt es an den Plattengrenzen.

Quelle: vulkanschule.de