International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Übertragbare Krankheiten

Übertragbare Krankheiten – ein unterschätztes Problem

Das der Klimawandel enorme Auswirkungen auf die Umwelt hat, wurde bereits festgestellt. Doch wie sieht es mit einem direkten Einfluss auf unseren Körper aus? Unserer Gesundheit?

Der Klimawandel kann dazu führen, dass sich die Gefahr einer Infektion an übertragbaren Krankheiten erhöht. Damit ist auch unser kostbarstes Gut, unsere Gesundheit in Gefahr.

Dabei spielen drei Übertragungswege eine wichtige Rolle:

  • die Übertragung über Vektoren
  • die Übertragung über Lebensmittel
  • die Übertragung über Wasser

In Deutschland erhöht sich infolge des Klimawandels besonders das Risiko einer Infektion über die Vektoren Mücken. Die Gefahr, sich anzustecken, hängt jedoch davon ab

  • wie verbreitet das Vorkommen von Vektoren
  • wie die Populationsdichte von Menschen/ Tieren ist
  • ob Kontakt zwischen den Menschen und den Mücken entstehen kann
  • wie hoch die Temperatur ist

Krankheiten, die von Mücken übertragen werden können, sind beispielsweise das Chikungunya-Fieber und das West-Nil-Fieber. Beim Chikungunya-Fieber leidet der Betroffene unter starken Gelenkschmerzen und Gelenksteife, die dazu führen, dass er kaum noch gehen kann. Durchfall, Erbrechen und Hautausschläge können bei beiden Fieberarten auftreten. Beim West-Nil-Fieber können schwerwiegende Entzündungen des Gehirns zu Lähmungen und im schlimmsten Falle sogar zum Tode führen. Eine lokale Übertragung ist zwar zurzeit unwahrscheinlich, jedoch erhöht sich das Risiko durch die klimatischen Veränderungen deutlich.

Lebensmittelinfektionen werden meist durch bakterielle Erreger wie dem Campylobacter und Salmonellen übertragen. Dabei gibt es drei Risikofaktoren:

  • die höhere Keimbelastung tierischer Produkte
  • unzureichend gekühltes Essen
  • die unzureichende Erhitzung von Essen

Betrachtet man die Infektionsraten der letzten Jahre, so fällt auf, dass die meisten Infektionen im Sommer in Folge der Hitze auftraten. Das bedeutet, je wärmer es ist, desto höher ist die Gefahr zu erkranken. Die Klimaerwärmung erhöht also das Risiko einer Erkrankung. Sogar die „minimale“ Temperaturerhöhung von 1 Grad Celsius erhöht die Gefahr einer Infektion enorm.

Aber nicht nur die die Temperaturerhöhung hat direkten Einfluss auf die Infektionswahrscheinlichkeit. Klimatische Veränderungen wie die warmen Winter und Frühsommer, die hohen Temperaturen und Starkregen verändern unsere Umwelt. Daraus resultieren vermehrte Überschwemmungen welche die Gefahr einer Erkrankung erhöhen. Denn der direkte Kontakt mit dem Flusswasser und Pfützen führt, wie die Vergangenheit uns lehrt, zu Hautverletzungen, Durchfall und anderen Erkrankungen. Die Ansteckungszahlen steigen durch die klimatischen Veränderungen extrem an. Deshalb ist es besonders wichtig rechtzeitig systematische entomologische Studien durchzuführen und die Tierreservoirs zu überwachen. Die Früherkennung spielt dabei eine große Rolle. Dazu gehören unter anderem auch ergänzende epidemologische Studien, die die Trends, Risikofaktoren für klimasensitive Erreger und die Risikopopulationen überwachen. Nur die strenge Beobachtung und bestimmte Maßnahmen können damit zukünftig unsere Gesundheit schützen.

Ökosystem Tiefsee – Unbekannte Tiefen

Unter der Oberfläche der Ozeane liegt die Tiefsee, ein Lebensraum der größer ist als der, in dem wir leben. Das Sonnenlicht dringt nicht bis nach unten, weshalb ab 200 Metern Tiefe die Dämmerung beginnt und ab 1 Kilometer die ewige Finsternis. Es ist stockdunkel, eiskalt und das Wasser übt einen enormen Druck aus. In der Tiefe gibt es keine Jahreszeiten und keine Pflanzen und damit auch keine Photosynthese. Ungeachtet dessen gibt es in der Tiefsee Lebewesen. Die Tiere sind an die Anforderungen der Tiefsee angepasst.  Es handelt sich allerdings um wenige Organismen, wodurch die Tiefsee nicht dicht besiedelt ist. Um dennoch Beute anzulocken, können die meisten Tiefseefische selbst Licht herstellen. Viele haben fast transparente Körper oder sind völlig schwarz, als Tarnung vor Feinden.

Die Meisten haben sehr große Augen, damit sie die schwachen Reste des Lichtes aus der Dämmerzone auffangen können. Oft fehlen die Augen aber auch ganz und sie haben statt dessen äußerst sensible Wahrnehmungsorgane. Mit Hilfe derer können sie Gerüche und Erschütterungen von potenzieller Beute oder Räubern wahrnehmen. Die Kommunikation mit Artgenossen wird überhaupt erst mit Hilfe von Lichtsignalen, die manche Fische aussenden, ermöglicht.

Ausgeklügelte Nahrungskette

Eine ausgeklügelte Nahrungskette ermöglicht den Lebewesen in der Tiefe ein Überleben: Quallen fressen das Plankton, das an der Meeresoberfläche schwimmt und tauchen in die Tiefen hinab. Dabei können sie von einem Räuber gefressen werden. Versucht der Räuber weiter nach unten zu sinken, kann auch er von einem Tiefsee-Hai gefressen werden. Stirbt dieser sinkt er weiter hinunter. Dort wird er schließlich von Bakterien gefressen, die wiederum von Bodenbewohnern gegessen werden.  Auf diesem Weg wird die Nahrung weitergegeben, bis schließlich nur noch der Rest ganz unten am Meeresboden ankommt. Dort landet hauptsächlich Kot, Kadaver und winzige Pflanzenteilchen.

Langsamere Lebensvorgänge in der Tiefsee

Aufgrund der Dunkelheit und der Kälte laufen die Lebensvorgänge in der Tiefsee sehr langsam ab.  Sie Tiere bewegen und entwickeln sich langsamer. Die Tiere werden insgesamt älter, jedoch erst sehr spät Geschlechtsreif.

Bedrohte Lebewesen in der Tiefsee

Das ist ein großes Problem. Der Tiefseefisch-Bestand braucht Jahrzehnte um sich von dem Verlust durch Fischerei zu erholen. Auch wenn Tiefseefische gar nicht Ziel der Fischer sind, werden sie in den riesigen Fischereinetzen mitgefangen.

Doch nicht nur die Fischerei wirkt sich dezimierend auf den Lebensraum aus. Auch andere wirtschaftliche Interessen stellen eine Gefahr für den Bestand dar: Metalle wie Mangan und Eisen, aber auch Kupfer, Nickel und Kobalt sind in Manganknollen enthalten. Diese liegen zu Hauf auf dem Boden der Tiefsee. Aufgrund von steigenden Rohstoffpreisen hat vor allem die Stahlverarbeitungs- und die Elektroindustrie großes Interesse daran diese zu bergen. Bei einem Abbau der Rohstoffe wird Boden aufgewirbelt wodurch Lebewesen an die Oberfläche gelangen und dort sterben.

Das Ausmaß hätte verheerende Auswirkungen auf das Klima

Laufen Prozesse in der Tiefsee nicht richtig ab, hat das direkte Auswirkungen auf die Erde. Denn die Ozeane und die Atmosphäre beeinflussen sich gegenseitig. Das gesamte Wasser zirkuliert in einem Kreislauf. Der Golfstrom transportiert warmes Wasser aus den tropischen Atlantik-Regionen in Richtung Norden. Im Nordatlantik und in der Antarktis kühlt das Wasser ab. Die Wasserdichte nimmt zu. Das schwere, salzhaltige Wasser sinkt in 3000 bis 4000 Meter Tiefe ab und fließt als kalter Tiefseestrom zurück in Richtung Äquator. Der Golfstrom bringt enorme Mengen  warmes Wasser nach Europa und sorgt damit für besonders milde Lufttemperaturen. Durch die globale Erderwärmung droht eine Gefahr: es kommt zu verstärktem Regen und die Gletscher schmelzen schneller. Der Salzgehalt des Meeres verringert sich und somit kann das Wasser nicht mehr so leicht in die Tiefe gelangen. Das globale Förderband wäre damit unterbrochen. Wenn der Golfstrom eines Tages versiegen würde,  könnte es im schlimmsten Fall zu einer Eiszeit kommen. Viele Fragen und Antworten zu diesem Thema liegen noch im Verborgenen. Klar ist jedoch, dass weiterer Forschungsbedarf dringend besteht.

 

Quellen: