International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Stefan Müller - Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung

Nachtrag zum Public Day: Rede Staatssekretär Stefan Müller

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Mlynek,
Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Lemke,
Sehr geehrte Damen und Herren,

zunächst herzlichen Dank an den Helmholtz-Verbund „Regionale Klimaänderungen“ für die Einladung zu dieser inspirierenden Veranstaltung. Ich freue mich, dass die REKLIM-Partner das komplexe Thema Klimaforschung in dieser Breite mit dieser Tagung in die Öffentlichkeit bringen!

Der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Die Wissenschaft zeigt – die letzte Dekade war die wärmste Epoche seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen, weltweit nehmen Extremereignisse wie Wirbelstürme und Starkregen-Ereignisse in ihrer Häufigkeit zu.

Die Wissenschaft sowie die beobachteten Ereignisse lassen keine Zweifel: das Klima ändert sich! Es gilt, bestehende Wissenslücken zum Klimasystem zu schließen. Darüber hinaus sind neues Wissen und Innovationen in Klimaschutz und Anpassung nötig, um den Klimawandel zu meistern. Nur so kann uns eine wirkungsvolle Zukunftsvorsorge gelingen.

Erst im Juli diesen Jahres unterstrich Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen des 5. „Petersberger Klimadialogs“ die Notwendigkeit einer „weltweiten Kehrtwende“ in der internationalen Klimapolitik. Die Leitlinie für die internationale Staatengemeinschaft bildet die Zwei-Grad-Obergrenze für die Erderwärmung. Gleichzeitig steigen jedoch die weltweiten CO2-Emissionen durch Landnutzung und die Verbrennung fossiler Energieträger ungebremst an.

So verweist die Weltorganisation für Meteorologie in ihrem aktuellen Jahresbericht von September diesen Jahres auf den stärksten Anstieg an CO2-Konzentration in der Atmosphäre des Jahres 2013 im Vergleich zum Anstieg der letzten 30 Jahre. Dies stützt auch die Aussage des Sachstandsberichts des IPCC aus dem Jahre 2013: aktuell bewegt sich die Weltgemeinschaft entlang des „worst case“-Szenario mit einem projizierten Temperaturanstieg von 2,6 – 4,8° für das Ende des 21. Jahrhunderts (bezogen auf die Referenzperiode 1986-2005).

Die Klimafolgen rücken in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte. Denn die Kosten durch verheerende Folgen des Klimawandels werden immer schwieriger zu tragen sein, je weiter der Klimawandel voranschreitet. Jede Verzögerung wird letztlich zu noch höheren Kosten führen. Klimaschutz und Wohlstandssicherung müssen also zusammengedacht werden, weil sie zusammengehören.

Meine Damen und Herren,

die Erkenntnisse des IPCC sind inzwischen Politikern und zentralen Entscheidungsträgern bekannt. Sie bilden die Grundlage auch Ihrer Forschungs-agenda und wissenschaftlichen Orientierung. Trotzdem – so fragen Sie sich – werden klare politische Entscheidungen immer wieder verschoben oder aufgrund anderer Interessen nur zögerlich umgesetzt.

Ein Schlüssel zum Handeln kann hierbei zukünftig die Regionalisierung von Klimawissen sein: Denn Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung werden regional umgesetzt. Forschung vor Ort und mit den Menschen vor Ort ist wichtig, um Entscheidungsprozesse und konkrete Innovationen hin zu einer klimafreund-licheren Lebensweise anzustoßen. Forschung muss dort ankommen und Nutzen bringen, wo konkrete Entscheidungen zum Umgang mit dem Klimawandel getroffen werden.

Die Bundesregierung hat bereits eine große Bandbreite an Vorhaben ins Leben gerufen, damit sich Deutschland optimal auf die möglichen Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten kann. Das  BMBF unterstützt im Konzert mit vielen Ressorts, Ministerien und Bundesbehörden innovative Vorhaben und legt somit zusammen mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) und dessen Aktionsplan (APA) einen wichtigen Grundstein: den Grundstein für den langfristigen Prozess der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland.

Während der letzten Tage haben Sie die Erkenntnisse regionaler Auswirkungen des Klimawandels präsentiert und diskutiert. Was konkret bedeuten diese Erkenntnisse für die Auswirkungen des Klimawandels in Deutschland? Welche Maßnahmen der Anpassung müssen wir in welchen Regionen denken, planen und umsetzen? Und vor allem wen brauchen wir um solche Entscheidungen zu treffen?

Lassen Sie mich in der konkreten Forschungsförderung hier besonders zwei BMBF-Maßnahmen hervorheben:

Mit dem KLIMZUG-Projekt fördert das BMBF „zukunftsfähige Regionen“. Das Vorhaben unterstützt seit 2007 die Entwicklung innovativer Anpassungs-strategien in sieben ausgewählten Modellregionen in Deutschland. Die Bandbreite der Themen spiegelt dabei die Anwendungsorientierung des Programms wider: Anpassungsmaßnahmen für die Energiewirtschaft, die Verkehrs-infrastruktur oder die Wasserwirtschaft werden ebenso erarbeitet wie für Unternehmen oder den Küstenschutz.

So widmet sich zum Beispiel die Metropolregion Bremen-Oldenburg der Umgestaltung der regionalen Energieversorgung. In unserem KLIMZUG-Verbund an der Ostseeküste zeigen uns Ingenieure aus Rostock Möglichkeiten, wie die thermische Nutzung des Meereswassers in Küstenschutzmaßnahmen integriert werden kann. Dafür wurde in Warnemünde eine Messstrecke eingerichtet und die Ergebnisse zeigen, dass ökologische und wirtschaftliche Aspekte für eine solche Nutzung sprechen.

Anpassungsmaßnahmen im Küstenschutz und nachhaltige Energiegewinnung können sich gegenseitig stärken. Aufgrund des großen Erfolges dieser Pionier – Maßnahme KLIMZUG, haben wir uns die Vertiefung der Forschung zur Regionalisierung von Klimawissen in dieser Legislaturperiode fest vorgenommen. Dabei ist die Entwicklung regionaler und lokaler Klimaprojektionen ebenso wichtig wie das Handlungswissen, das wir benötigen um Klimainformationen in Planungs-, Investitions- und Politikprozesse zu integrieren.

Als zweites Projekt möchte ich daher das Climate Service Center (CSC) in Hamburg erwähnen. Das CSC haben wir im Rahmen der „Hightech-Strategie zum Klimaschutz“ der Bundesregierung ins Leben gerufen. Es stellt sich dem wachsenden Beratungsbedarf der Entscheidungsträger. Gemeinsam mit den regionalen Klimabüros der HGF ist auch das CSC in Ihre REKLIM-Initiative eingebunden.

Das Ziel des Climate Service Center ist die Verbesserung des Transfers zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Hierzu haben das CSC und einige Partner-Organisationen den “Klimanavigator” geschaffen – ein nationales Internetportal für Klimainformationen, welches sich in erster Linie an Nutzer aus Politik und Wirtschaft richtet: www.klimanavigator.de

Beim Blick auf das heutige Programm werden wir weiterhin Konkretes aus der Praxis erfahren: Wie z.B. die Stadt Berlin die Anpassung an den Klimawandel zukünftig in ihre Stadtentwicklung mitdenkt, wie die Wasserwirtschaft mit den prognostizierten Modellen umgeht, oder welche gesundheitlichen Folgen durch den Klimawandel zu erwarten sind. Genau diese und weitere konkreten Fragen gilt es auf der jeweils regionalen Ebene zu erforschen.

Meine Damen und Herren,

Sie alle sind Pioniere! Sie alle erarbeiten letztlich Handlungsstrategien für die zukünftige Anpassung unserer Gesellschaft an den globalen Klima-wandel. Die Rolle der Wissenschaft kann in diesem Kontext nicht hoch genug gewürdigt werden. Lassen Sie mich an dieser Stelle alle beteiligten Wissenschaftlerinnen und –wissenschaftler, sowie insbesondere die Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler des REKLIM-Verbunds, zum letzten Tage dieser spannenden und wichtigen Veranstaltung beglückwünschen.

Unser heutiger Gastgeber, die Helmholtz-Gemeinschaft und ihre großen Forschungszentren, sind zentrale Akteure im Innovationssystem unseres Landes. Mit den Partnern des REKLIM-Verbunds ist die HGF ausgezeichnet aufgestellt, hat gesamtgesellschaftliche Aufgaben im Blick und entwickelt nicht zuletzt zukunftsweisende Ideen.

Der heutige „Tag der Öffentlichkeit“ ist ein innovatives Format! Im Mittelpunkt dieses Tages steht der Dialog mit einer Vielfalt von Vertretern aus Behörden und Verbänden, aus der Wirtschaft und der interessierten Öffentlichkeit. Der heutige Austausch unterstützt die sehr erfreuliche Entwicklung, dass Wissenschaft und Gesellschaft immer mehr in den Dialog treten.

Dieser Dialog legt den Grundstein für die gemeinsame Umsetzung von Lösungs-möglichkeiten, um der Herausforderung des Klimawandels gemeinsam zu begegnen: denn nur im Dialog mit Politik und Bürgern, mit Unternehmen und Zivilgesellschaft kann die Wissenschaft die notwendige Vorsorgeforschung in die Umsetzung bringen. Nun wünsche ich Ihnen allen noch einen erkenntnisreichen Tag und einen inspirierenden Austausch.


Es muss etwas passieren!

Ich sitze in dem großen Tagungsraum der Auferstehungskirche in Berlin, in der die Reklim Konferenz stattfindet. Nachdem Prof. Dr. Peter Lemke die vorangegangenen Tage Revue passieren lässt, betritt  Prof. Dr. Mojib Latif die Bühne. Selten habe ich einen so guten Vortrag gehört. Übersichtlich und vor allem: verständlich. Für Laien wie mich, war es nicht immer ganz einfach den wissenschaftlichen Beiträgen zu folgen. Latif schafft es innerhalb von 15 Minuten mir die wichtigsten Aspekte des Klimawandels nahezubringen.

Mit der Fragestellung: „Was können wir heute vom Klimawandel tatsächlich schon sehen?“, beginnt er seinen Beitrag. Grafiken über den Rückgang der Eisschollen in Grönland zeigen die haarsträubenden Veränderungen der letzten Jahre. Gleichzeitig präsentiert Latif eine Statistik, wie der  CO2 Ausstoß weiter gehen wird. Wenn wir nicht bald etwas für unser Klima tun, haben wir bis Ende des 20. Jahrhunderts einen Temperaturanstieg von etwa sechs Grad zu erwarten. Wir verlieren mit einer rasenden Geschwindigkeit das Arktische Meereis. Inzwischen sind über 30 Prozent der Arktischen Fläche verloren gegangen.

Der Meeresspiegel ist seit 1900 ungefähr um 20 Zentimeter im globalen Durchschnitt gestiegen. Das entspricht drei Millimetern pro Jahr. Das hört sich im ersten Moment nicht viel an. Denken wir aber an die zukünftigen Generationen ist das eine ganze Menge. „Wenn wir die Luft, die unsere Kinder atmen werden, und das Essen, das sie zu sich nehmen werden, und wenn wir die Träume all unserer Nachkommen über unsere kurzfristigen Interessen stellen – ja, dann ist es vielleicht noch nicht zu spät“, sagt Barack Obama.

DSC_0476Laut Prof. Dr. Mojib Latif bestehe noch Hoffnung. Ich selbst tue mich schwer, hoffnungsvoll zu sein, wenn ich daran denke, dass jeden Tag Fußballfeldgroße Flächen Regenwald abgeholzt werden. Ich erinnere mich an die extremen Überschwemmungen in Passau, an Stürme bei denen Menschen ums Leben kamen, Hagelfälle, die ganze Ortschaften zerstören. Doch Latif bleibt positiv. „Der Treibhauseffekt ist eine gute Sache“, sagt er. Leider ist seit den siebziger Jahren dieser Effekt so verstärkt worden, dass die Erde sich immer weiter erhitzt. Vor allem die Nordhalbkugel ist betroffen, weil sie einen größeren Landanteil hat und dieser sich schneller aufwärmt als Wasser.

Die Veränderung des CO2 Gehalts spielt auch für die Meere eine große Rolle. Je mehr CO2 das Wasser aufnimmt, desto negativer wird der PH-Wert. Wir müssen uns also auch noch mit der Übersäuerung der Ozeane beschäftigen. Als gäbe es nicht schon genügend verheerende Folgen, denke ich. Korallen und andere Lebewesen im Ökosystem sind massiv bedroht. „Auch wenn die Forschung zu diesem Thema noch nicht auf dem neusten Stand ist, könnte das eine tickende Zeitbombe sein.“

Ich glaube, dass Vielen die facettenreichen Folgen noch nicht bewusst sind. Es geht hier nicht nur um die Natur, sondern um Krankheiten, Wasser- und Lebensmittelmangel. Langfristig können wir noch gar nicht abschätzen, was die Klimaerwärmung für uns bedeutet. Aber wir können beginnen ein Bewusstsein dafür zu bekommen und jeder für sich etwas dagegen tun. Ob es weniger Autofahren, weniger Wasserverschwendung, oder Wissensvermittlung ist. Es muss etwas passieren!

Best Of Day 4 – Höhepunkte des vierten REKLIM-Tages

Der vierte REKLIM-Tag stand als “Public Day” ganz im Zeichen des Dialogs zwischen der Wissenschaft, Vertretern der Politik und Behörden mit einer interessierten Öffentlichkeit: unter anderem Staatssekretär Stefan Müller (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Jürgen Mlynek (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Prof. Dr. Peter Lemke und Prof. Dr. Mojib Latif.


Moderation: Julia Klann, Maximilian Rauh

Kamera: Patrick Schulz, Maria Gradl, Maximilian Rauh

Ton: Franziska Bock

Schnitt: Inken Rutz


Gemafreie Musik: Cayzland-Music.de

Danke, Thank you & Merci

Was für eine Chance! Die REKLIM-Tagung bot den Studierenden der DEKRA Hochschule Berlin die Möglichkeit Journalismus unter realen Bedingungen zu betreiben. Man kann es wohl erst mit etwas zeitlichem Abstand sagen, was an Erfahrungen gemacht und an Lerneffekten erreicht wurde. Allen können sehr stolz auf die Leistung sein.

Eines steht aber natürlich jetzt schon fest: Wir haben uns sehr herzlich bei dem REKLIM-Team zu bedanken. Peter Lemke, Klaus Grosfeld, Renate Treffeinsen und Marietta Weigelt haben das Projekt vorbildlich unterstützt und vorangebracht. Dafür 1000 Dank!

reklim_team

Ebenso gebührt Dr. Tong-Jin Smith und FlorianMettke ein großer Dank, die als gestandene Medienprofis die Studierenden über die vier Tage fantastisch unterstützt haben.

beide

Um es in der Sprache der Klimaforscher zu sagen: Ein HOCH auf das REKLIM-Medienprojekt!

Übertragbare Krankheiten

Übertragbare Krankheiten – ein unterschätztes Problem

Das der Klimawandel enorme Auswirkungen auf die Umwelt hat, wurde bereits festgestellt. Doch wie sieht es mit einem direkten Einfluss auf unseren Körper aus? Unserer Gesundheit?

Der Klimawandel kann dazu führen, dass sich die Gefahr einer Infektion an übertragbaren Krankheiten erhöht. Damit ist auch unser kostbarstes Gut, unsere Gesundheit in Gefahr.

Dabei spielen drei Übertragungswege eine wichtige Rolle:

  • die Übertragung über Vektoren
  • die Übertragung über Lebensmittel
  • die Übertragung über Wasser

In Deutschland erhöht sich infolge des Klimawandels besonders das Risiko einer Infektion über die Vektoren Mücken. Die Gefahr, sich anzustecken, hängt jedoch davon ab

  • wie verbreitet das Vorkommen von Vektoren
  • wie die Populationsdichte von Menschen/ Tieren ist
  • ob Kontakt zwischen den Menschen und den Mücken entstehen kann
  • wie hoch die Temperatur ist

Krankheiten, die von Mücken übertragen werden können, sind beispielsweise das Chikungunya-Fieber und das West-Nil-Fieber. Beim Chikungunya-Fieber leidet der Betroffene unter starken Gelenkschmerzen und Gelenksteife, die dazu führen, dass er kaum noch gehen kann. Durchfall, Erbrechen und Hautausschläge können bei beiden Fieberarten auftreten. Beim West-Nil-Fieber können schwerwiegende Entzündungen des Gehirns zu Lähmungen und im schlimmsten Falle sogar zum Tode führen. Eine lokale Übertragung ist zwar zurzeit unwahrscheinlich, jedoch erhöht sich das Risiko durch die klimatischen Veränderungen deutlich.

Lebensmittelinfektionen werden meist durch bakterielle Erreger wie dem Campylobacter und Salmonellen übertragen. Dabei gibt es drei Risikofaktoren:

  • die höhere Keimbelastung tierischer Produkte
  • unzureichend gekühltes Essen
  • die unzureichende Erhitzung von Essen

Betrachtet man die Infektionsraten der letzten Jahre, so fällt auf, dass die meisten Infektionen im Sommer in Folge der Hitze auftraten. Das bedeutet, je wärmer es ist, desto höher ist die Gefahr zu erkranken. Die Klimaerwärmung erhöht also das Risiko einer Erkrankung. Sogar die „minimale“ Temperaturerhöhung von 1 Grad Celsius erhöht die Gefahr einer Infektion enorm.

Aber nicht nur die die Temperaturerhöhung hat direkten Einfluss auf die Infektionswahrscheinlichkeit. Klimatische Veränderungen wie die warmen Winter und Frühsommer, die hohen Temperaturen und Starkregen verändern unsere Umwelt. Daraus resultieren vermehrte Überschwemmungen welche die Gefahr einer Erkrankung erhöhen. Denn der direkte Kontakt mit dem Flusswasser und Pfützen führt, wie die Vergangenheit uns lehrt, zu Hautverletzungen, Durchfall und anderen Erkrankungen. Die Ansteckungszahlen steigen durch die klimatischen Veränderungen extrem an. Deshalb ist es besonders wichtig rechtzeitig systematische entomologische Studien durchzuführen und die Tierreservoirs zu überwachen. Die Früherkennung spielt dabei eine große Rolle. Dazu gehören unter anderem auch ergänzende epidemologische Studien, die die Trends, Risikofaktoren für klimasensitive Erreger und die Risikopopulationen überwachen. Nur die strenge Beobachtung und bestimmte Maßnahmen können damit zukünftig unsere Gesundheit schützen.

© Nataliya Riedel

Unterschätztes Risiko

„Hagel zerstört Häuserfassaden, Photovoltaikanlagen und das Blattwerk an Bäumen und Sträucher“,  so Dr. Michael Kunz in seinem Vortrag am letzten Tag der REKLIM-Konferenz. Ein Hagelkorn fällt mit bis zu 150km/h auf die Erde und erreicht eine Größe von bis zu 14cm, wie ein Fund vom 06.08.2013 in der Schwäbischen Alb beweist.

Häufigkeit und Schaden von Hagel

Hagel sind gefrorene Wassertröpfchen, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur unter dem Gefrierpunkt an Mineralstaub in Wolken sammeln. Hagelschauer sind  sehr lokal. Laut Kunz umfasst das Niederschlagsgebiet häufig nur 100-200 Meter und ist schwer vorherzusagen. Oft schlägt Hagel im Lee, der Wind abgekehrten Seite, eines Gebirges nieder. Dementsprechend nimmt die Häufigkeit von Hagelniederschlag in Deutschland von Norden nach Süden zu.
„2013 entstand durch Hagel ein Gesamtschaden von 4,8 Milliarden Euro.“, erläutert Kunz, „Der Versicherungsschaden beläuft sich auf 3,7 Milliarden.“ Davon sollen allein 2,4 Milliarden Euro nur zwei Tagen im Sommer entstanden sein.
Kunz rechnet in den nächsten Jahren mit einer geringen Zunahme an Hagelschauer in Deutschland.