International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Poster-Sessions, Tag 2

Auch am zweiten Tag der Reklim-Konferenz wurden unterschiedlichste Themenschwerpunkte in Poster-Sessions dargestellt. Es ging um das Zusammenspiel der Atmosphärenzusammensetzung und dem Klima vom Globalen zum Regionalen, Extremwetterereignisse, integrierte Klimastrategien durch Risikoanalyse und -management und um das Verständnis von schnellen Klimaänderungen durch Analyse von Proxydaten.


Team: Sarah Langhoff, Jennifer Quidilnaco, Thomas Rohatzsch


Gemafreie Musik: Cayzland-Music.de

Cool city = clean city?

Dass es in Großstädten bestimmte Bereiche gibt, die Wärme speichern oder im Sommer für kühlende Winde sorgen ist längst bekannt. Doch wie wirkt sich die chemische Zusammensetzung der Luft auf das Klima in Europäischen Städten aus?

Joachim Fallmann vom Institute of Meteorology and Climate Research, Atmospheric Environmental Research (IMK-IFU) aus Garmisch-Partenkirchen hat die Ergebnisse seiner Forschung heute bei der Session zum Thema „Atmospheric composition and climate: Interactions from global to regional scales“ vorgestellt.

Unter der Fragestellung „Cool city = clean city?“ untersucht das Forschungsteam, ob und inwiefern sich zum Beispiel Co2- und Ozonwerte über den Tag in Parkanlagen oder in Stadtteilen mit hohem Verkehrsaufkommen verändern. Test-Stadt ist in diesem Fall Stuttgart.

Das Forscherteam fand heraus, dass die Isoprenemission bei höheren Temperaturen größer ist. Isopren wird zum größten Teil von tropischen Pflanzen erzeugt und kommt in der Atmosphäre vor. Auch heimische Bäume produzieren Isopren. In geringen Mengen ist Isopren harmlos. Durch höhere Belastung kann es jedoch zu Atembeschwerden und Rötungen kommen. In Tierversuchen wurde nachgewiesen, dass Isopren krebserregend sein kann. Was diese Erkenntnisse für die Zukunft und das Klima bedeuten wird weiterhin erforscht.

Eine weitere spannende Forschung stellte Katja Mattes vom Helmholtz Centre for Ocean Research in Kiel vor. Demnach wurden die Messungen von Sonnenschwankungen der letzten 145 Jahre ausgewertet. Seit 1950 wurden diese Schwankungen aufgezeichnet und interpretiert.

Es wurden zwei Experimente durchgeführt. Das Eine befasste sich mit den Schwingungen bzw. Schwankungen der Sonnenstrahlen, das Andere mit den Durchschnittswerten. Die Ergebnisse belegen, dass es scheinbar dekadische Zyklen gibt (ca. alle zehn Jahre), in denen sich die Sonnenschwankungen verändern.

Mattes und ihr Team vermuten einen Zusammenhang mit dem Klima im Nord-Atlantik. Doch wie Mattes selbst zugibt: „We can’t predict solar cycles“ (“Wir können die Sonnenzyklen nicht prognostizieren”). Bestätigt sich jedoch, dass es tatsächlich dekadische Sonnenzyklen gibt, wird das  Auswirkungen auf die zukünftige Klimavorhersage haben. Bis es soweit ist, müssen zunächst noch viele Daten ausgewertet und Theorien bestätigt werden.

Es bleibt also spannend.

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Zusammensetzung und Veränderung der Atmosphäre

Chemische Formeln, die keiner versteht und Erklärungen von Prozessen, die man sich nicht vorstellen kann, wenn man nicht zufällig vom Fach ist. So klingt das Thema “Atmospheric composition and climate: Interactions from global to regional scales” für Nicht-Wissenschaftler, dennoch befasst es sich mit überaus wichtigem Inhalt. Es geht um die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre, ihre Veränderungen der letzten Jahre und die damit verbunden Risiken. Alles ein Produkt des Klimawandels?

Dr. Martin Schultz & Thomas Trickl / © Loreen Kumpies

Dr. Martin Schultz & Thomas Trickl / © Loreen Kumpies

Dr. Martin Schultz ist Leiter der Arbeitsgruppe Globale Modellierung am Institut für Energie- und Klimaforschung. Hier werden durch die Atmosphären-Simulationskammer „SAPHIR“ photochemische Reaktionen in der Erdatmosphäre nachgestellt. Dabei handelt es sich um chemische Reaktionen, an denen mindestens eine Spezies in einem elektronisch angeregten Zustand beteiligt ist.

Durch diese Verfahren konnte nachgewiesen werden, dass der Isoprenwert in einigen Regionen sehr hoch ist. Isopren wird zum größten Teil von tropischen Pflanzen erzeugt und kommt in der Atmosphäre vor. Es hat neben Methan und Kohlenwasserstoff die höchste Emissionsrate. Durch die bereits genannten Verfahren wurden die gesammelten Daten auf eine globale Ebene übertragen. Dort ist abzulesen, wo die Isoprenwerte besonders hoch sind. Jedoch ist die Karte nicht zu 100 Prozent verlässlich, da nicht sämtliche Werte aus aller Welt vorliegen.

Neben Dr. Schultz hat auch Thomas Trickl vom Karlsruher Institut für Technologie in Garmisch-Partenkirchen die Ergebnisse zur Forschung zum Ozongehalt auf der Zugspitze vorgestellt. Die Zugspitze ist mit 2962 m über Normalnull der höchste Berggipfel Deutschlands. Laut Tickl hat sich der Ozonwert auf der Zugspitze von 1978 bis 2004 verdoppelt.

Warum ist das nicht egal? Ozon ist  wichtig für uns, da es die gefährliche ultraviolette Strahlung von der Sonne reflektiert, allerdings ist es gesundheitsschädlich und reizt die Atemwege. Im Normalfall ist das kein Problem, da sich die Ozonschicht in Höhen von 15-25 Kilometern befindet.

Kommt Ozon der Erdoberfläche näher, wird es für die Menschen und andere Lebewesen zur Gefahr.

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Auswirkungen der Ozonlöcher auf unser tägliches Leben

Die Ozonschicht ist ein überaus wichtiger Teil in der Atmosphäre, der verhindert, dass die gefährlichen UV-B Strahlen auf die Erdoberfläche treffen. Bei Ozon handelt es sich um eine gesonderte Form von Sauerstoff, der in 15 – 50 Kilometern Höhe eine schützende Schicht bildet. Ohne diese Schicht wäre an fortgeschrittenes Leben auf der Erde nicht zu denken, da diese Strahlen  Zellen erheblich schädigen. Hauptverursacher dieser Löcher sollen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sein, die bis in die späten 1990er Bestandteil in fast allen Sprühdosen (Haarspray, Deo etc.) und Kühlanlagen von Kühlschränken waren.

Nicht zu unterschätzende Gefahren

Ende der 70er Jahre entdeckte man das erste Ozonloch über dem Südpol, später auch am Nordpol. Durch diese Löcher können die UV-B Strahlen konzentrierter zur Erde durchdringen und dem Leben auf der Erdoberfläche Schaden zuführen.

Laut „www.globalisierung-fakten.de“ ist die Ozonschicht beispielsweise in Australien schon soweit aufgelöst, dass man in einigen Regionen im Hochsommer mit langer Kleidung vor die Tür gehen und sich regelmäßig mit hohem Sonnenschutzfaktor einreiben muss. Wer das nicht tut, muss mit starkem Sonnenbrand und sogar Hautkrebs rechnen. Doch auch die Augen nehmen ihren Schaden. Durch zu lange Sonneneinstrahlung kann es im schlimmsten Fall bis zur Erblindung führen. Ohne Ozonschicht, würde das schon nach wenigen Stunden passieren. Darüber hinaus schwächen hochkonzentrierte UV-B Strahlen das Immunsystem, das uns bei der Bekämpfung von Krankheiten hilft.

Auch Europa ist betroffen

Die Gefahren durch Ozonlöcher sind nicht zu ignorieren. Seit 1995 ist FCKW bereits in Deutschland verboten, die restlichen EU Länder wollen bis 2026 nachziehen. Das Problem: FCKW braucht bis zu 20 Jahre um bis zur Ozonschicht aufzusteigen. Ebenfalls konnte wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden, dass die Ozonschicht regenerierbar ist, was ein weiter Grund ist sofort zu handeln um das bisherige Ausmaß in den Griff zu bekommen. Ozonlöcher soll es bereits im Norden Europas, in Südskandinavien und mittlerweile auch in Russland geben. Mitteleuropa und der Mittelmeerraum sollen kurz vor der Entstehung von Ozonlöchern stehen, höchste Zeit etwas zu tun!

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