International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Grüne Zukunft?

Als „Green Technology“ bezeichnet man das Bestreben umweltfreundliche Technologien zu entwickeln. Die Ziele dieser neuen Technologien sind es, bestehende Produktionsverfahren umweltfreundlich umzustellen, sowie innovative Verfahren zu schaffen.

Nachhaltigkeit, die Schaffung von komplett recyclebaren Produkten, Veränderungen in Produktions- und Konsummustern – um Müll und Umweltverschmutzung zu reduzieren, sowie die Entwicklung von Alternativen zu fossilen Brennstoffen oder dem Einsatz von Chemie in der Landwirtschaft sind nur einige Ansätze der „Green Technology“.

Auch eine non-profit Organisation mit Hauptsitz in Kalifornien hat sich „Green Technology“ zum Namen gemacht. Sie bildet eine Plattform, auf der Akteure der Politik mit Experten der grünen Technologien kommunizieren können, um zukunftsorientiert mit der Industrie zusammenarbeiten zu können.

In Deutschland gibt es „Greentech Germany“ – ein Internetportal, das die Umwelttechnikbranche mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken will. Sie bieten ein öffentliches Branchenportal, in dem jeder Interessierte, der beispielsweise eine Solaranlage kaufen möchte, einen qualifizierten Kontakt findet. Zusätzlich werden News und Publikationen zum Thema Umwelt zur Verfügung gestellt.

„Green Technology“ ist auch in Indien kein Fremdwort mehr: Im Staat Kerala gibt es seit 2010 ein Umweltdirektorat, das sich mit dem Klimawandel und dessen Folgen beschäftigt. Es wurde ein „green budget“ bereitgestellt, das für die Regeneration von Wäldern, die Entwicklung erneuerbarer Energien und anderen Zweigen der Umweltförderung genutzt wird.

Mehr und mehr werden „Green Technologies“ zum Thema auf der Welt, um durch Forschung und Entwicklung dem voranschreitenden Klimawandel entgegenzuwirken. Vielleicht sind wir wirklich auf dem besten Weg in eine grüne Zukunft?

Uji Tea, Japan

Alte Traditionen unter neuen Bedingungen

In Kyoto, Japan wird seit 1191 Uji Tea angebaut. Uji Tea ist ein grüner Tee von sehr hoher Qualität, von dem jährlich nur 400.000 Kilogramm produziert werden. Wenige Bauern bepflanzen circa 80 Hektar Land mit dem Tee, der auch heute noch traditionell von Hand geerntet wird. Um eine optimale Ernte zu erzielen, haben die Bauern im Laufe der Jahrhunderte eigene Methoden zur Kultivierung entwickelt, die speziell an die regionalklimatischen Bedingungen angepasst sind.

Durch die Erderwärmung aber gibt es in der Anbauregion mittlerweile große Temperaturschwankungen und extreme Wetterereignisse wie starke Regenfälle, durch die sich Teile der Erde ablösen und weggeschwemmt werden. Mit voranschreitendem Klimawandel werden solche Vorfälle weiter verstärkt und die Abläufe des traditionellen Tee-Anbaus empfindlich gestört. Das hat Einbußen in der Ernte, sowie Krisen in der sozioökomischen Struktur der Farmer zur Folge.

Eine Lösung dieses Problems liegt im genauen Beobachten der für den Anbau wichtigen bio-klimatischen Indikatoren. Dazu zählen die Lufttemperatur und -feuchtigkeit zu unterschiedlichen Tageszeiten, Trockenheit, Wind, direkte Sonneneinstrahlung und die Bodenatmung. Diese Beobachtungen werden analysiert und interpretiert. Sie bilden zusammen mit dem traditionellen Wissen der Bauern den Grundstock für neue Verfahren der Teekultivierung. Pflanzzeiträume und Anbaumethoden können effektiv an das Klima angepasst werden, um nachhaltig die Qualität und Quantität der Erträge sicherzustellen.

 Diese Herangehensweise einer landwirtschaftlichen Produktion an klimatische Veränderungen ist ein gutes Beispiel dafür, dass aus der Kombination von althergebrachten Strategien und modernen Analysen effiziente Methoden für die Zukunft entstehen können.

Poster-Sessions, Tag 2

Auch am zweiten Tag der Reklim-Konferenz wurden unterschiedlichste Themenschwerpunkte in Poster-Sessions dargestellt. Es ging um das Zusammenspiel der Atmosphärenzusammensetzung und dem Klima vom Globalen zum Regionalen, Extremwetterereignisse, integrierte Klimastrategien durch Risikoanalyse und -management und um das Verständnis von schnellen Klimaänderungen durch Analyse von Proxydaten.


Team: Sarah Langhoff, Jennifer Quidilnaco, Thomas Rohatzsch


Gemafreie Musik: Cayzland-Music.de

Mein Klima – dein Klima: Warum wir den Klimawandel alle unterschiedlich verstehen

Der Klimawandel ist eine weltweite Angelegenheit – möchte man meinen. Dass Klimaveränderungen auf regionaler und lokaler Basis unterschiedliche Auswirkungen haben, demonstrieren die wissenschaftlichen Vorträge der Reklim-Konferenz.

Doch auch sonst wird das Klima mit seinen gegenwärtigen und zukünftigen Folgen überall unterschiedlich verarbeitet – vor allem aber in unseren Köpfen und Emotionen.

Was bedeutet Klimawandel für dich?, Mit dieser scheinbar einfachen Frage erforscht Dr. Martin Döring die regionale Auffassung von klimatischen Veränderungen – und macht deutlich, wodurch der persönliche Standpunkt zur ökologischen Aktualität maßgeblich beeinflusst wird.

„Reden wir gerade über mein Klima?“ – Klimaverständnis, Emotionen und unser Vertrauen in die Politik

_DSC0032_phDie individuelle Ansicht und die gesellschaftliche Meinung sind wichtige Indikatoren für die Verbesserung und Adaption neuer Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel. Schließlich bildet die Menschheit mit ihrem Konsum und ihrer Nachlässigkeit einen nicht unerheblichen Faktor in der Verursachung klimatischer Wandel.

Da soziale Konzeptionen aber offensichtlich kultur- oder gar ortsabhängig sind, unterstreicht Dr. Döring die Relevanz einer regional organisierten Analyse. So fürchten sich beispielsweise die Bewohner Nordfrieslands – basierend auf persönlichen Erfahrungen und Emotionen – besonders vor Sturmfluten, Stürmen und Hochwasser.
Entscheidende, teilweise kuriose, Unterschiede zeigen sich aber auch im Verständnis der Klimaveränderungen: Der Klimawandel tritt hier als Gesellschafts-Gegner, als Zeitungsente oder gar als Gottesstrafe oder ökodiktatorisches Konstrukt auf. Vor allem Letzteres mag absurd klingen – tatsächlich zeichnet sich durch diese Ansicht aber ein fundamentales Missvertrauen in Politik und Wissenschaft aus.

Beeinflusst und verstärkt wird die öffentliche Meinung womöglich durch die vermehrt negative, mediale Berichterstattung. Sicher erscheint laut Dr. Döring aber vor allem die falsche, global orientierte wissenschaftliche Herangehensweise an das regionale Klimaverständnis. Diese lasse sich durch vermehrte regional bezogene Studien schnell korrigieren. So entstünde aus der Gottesfurcht und öko-politischen Resistenz vielleicht demnächst doch ein einheitlicheres, klimatisches Verständnis – der Wissenschaft sei Dank.

REKLIM Konferenz Logo

Naturkatastrophen und Klimawandel

Schon immer gab es auf der Welt Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Erdbeben, Überschwemmungen und Dürren, die weitreichende Folgen nach sich ziehen. Doch durch den anthropogenen Treibhauseffekt, also den vom Menschen verursachten Klimawandel, treten solche Naturkatastrophen häufiger auf und fallen schwerwiegender aus als zuvor. Durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Gas werden viel CO² und andere Treibhausgase in die Luft ausgestoßen. Dies führt dazu, dass sich die Atmosphäre aufheizt. Auch das Gas Methan, das viel in der Massentierhaltung, in Klärwerken und Mülldeponien freigesetzt wird, trägt wesentlich zu der Erwärmung bei.

Die Folge ist, dass die Temperatur auf der Erde kontinuierlich steigt. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt und die Ozeane erwärmen sich. Durch diese Faktoren wird die Entstehung von Naturkatastrophen begünstigt und deren Ausmaß wesentlich verstärkt. Zusätzlich tragen auch vom Menschen verursachte Katastrophen, wie zum Beispiel die radioaktive Verseuchung von Landschaften, die Freisetzung von Rohöl im Meer, die Abholzung von Wald oder die Austrocknung von Seen zum Klimawandel bei.

Quelle: freeimages.com

Klimawandel – Wie entsteht eine Naturkatastrophe?

Kann man den Klimawandel verhindern? Wenn ja, wie? Was gibt es für Möglichkeiten auch zu Hause etwas zu ändern? Der Klimawandel betrifft uns alle. Es fängt bei einem Gewitter mit außergewöhnlich starken Windböen und tennisballgroßen Hagelkörnern vor dem eigenen Fenster an und endet beim Tsunami in Japan. Sowohl global und insbesondere regional gibt es viel Handlungsbedarf. Dabei geht es vor allem darum, ein grundsätzliches Bewusstsein für die abweichenden Wetternormen zu schaffen. Das soll durch die Klimaanpassung und den Klimaschutz in Zusammenhang mit weiteren Faktoren (Politik, Wirtschaft, Soziales und Medien) erreicht werden. Es betrifft nicht nur den Bereich der Klimaforschung selbst, sondern uns alle.

Es ist – trotz sehr genauer Messungen und Ergebnisse – nicht möglich, dass Wetter für einen Monat präzise hervorzusagen. Dies ist nur für den nächsten Tag mit sehr hoher Genauigkeit möglich. Grund dafür sind nichtlineare dynamische Systeme, in denen keine Vorhersagen getroffen werden können. Kleinste Veränderungen, die plötzlich auftreten können, haben schwerwiegende Folgen. So etwas wird auch Schmetterlingseffekt genannt. Dieser kommt vor allem in Systemen vor, deren weiterer Verlauf vom Anfangszustand abhängt (nichtlineare dynamische Systeme). Dabei wird die sprichwörtliche Mücke zum Elefanten, denn letztendlich kann eine Katastrophe durch eine minimale Veränderung im Anfangszustand eines Systems hervorgerufen werden.

Während in der Demokratischen Republik Kongo die Bäume gefällt wurden, um diese als Brennholz oder Baumaterial weiter zu verwenden, breitete sich ein Buschfeuer aus. Dieses Feuer erreichte schnell fruchtbares Land und tötete wilde Tiere. In dieser Region gibt es zwei Klimazeiten: die Regen- und Dürrezeit. In den Jahren 2006 und 2007 gab es in der Region signifikante Wetterveränderungen aufgrund des Klimawandels, die es vorher so noch nicht in der Region gab. Der landwirtschaftliche Kalender brach zusammen. Es gab einen Anstieg der Temperatur und eine Hitzewelle brach aus. Die Erntezeit verschob sich nach hinten, der Regen wurde immer seltener. Es gab eine große Dürre und Pflanzen entwickelten Krankheiten. Dieses und viele weitere solcher Ereignisse auf unserer Welt sind Naturkatastrophen. Naturkatastrophen sind die extremen Auswirkungen der Klimaerwärmung, auch Klimawandel genannt. Zudem wird der Begriff „Naturkatastrophe“ viel von den Medien gepuscht und verfälscht. Oftmals wird den Menschen selbst die Schuld an den drastischen Folgen gegeben.

Naturkatastrophen sind unbeeinflussbar vom Menschen. Die Klimaerwärmung schreitet immer weiter fort – mit schweren Auswirkungen. Deshalb ist es notwendig, dass wir uns anpassen und unser Klima schützen. Gemeinden, Bund und Länder müssen unterstützt und vor allem beraten werden, um bestmöglich mit dem Klimawandel umzugehen – nicht nur auf globaler, sondern auch auf regionaler Ebene. Mit verschiedenen Analysen (u.a. SWOT – Analyse) versucht man Strategien zu entwickeln, um dynamische Systeme zu verstehen und zukünftige Klimaveränderungen zu mildern bzw. sich an die Folgen anzupassen (Klimaschutz und Klimaanpassung). Dabei werden die möglichen Risiken analysiert und die Chancen an die anderen Felder wie Politik, Ökonomie und Wirtschaft weiter gegeben. Es muss ein weltweites Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels – sowohl weltweit als auch zu Hause – geschaffen werden. Die Wahrnehmung der Gefahr muss zudem geschärft werden.

Synergien Grafik

Quelle: UFZ Leipzig

Und dort setzt das bislang weitgehend unerforschte Gebiet der sozialökonomischen Analyse an. Dabei geht es darum, Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Wirtschaft, Ökonomie und Politik, aber auch zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung selbst, zu verhindern und daraus eine Einheit zu machen; eine Synergie zu erschaffen. Dabei spielt es eine wichtige Rolle, die sozialökonomische Seite einerseits und die wirtschaftlichen Aspekte andererseits zu beachten. Wie das funktionieren soll, zeigt die eingefügte Grafik (Quelle: UFZ Leipzig). Aus dieser Verbindung muss dann ein angemessenes Risikomanagement erarbeitet werden.

Diese und weitere Themen behandelt das Thema 7. Unter anderem betrachtet es die regionale Ebene (städtische Gebiete), in der eine verbesserte Klimakommunikation als auch eine vermehrte Bewertung des Risikos notwendig sind. Aber auch die internationale Ebene, mit den neusten Ergebnissen der Forschung, wird betrachtet. Außerdem werden vor allem die sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsansätze ausgebaut. Es müssen Handlungsoptionen (Maßnahmen) geschaffen werden, damit eine Anpassung an das Klima und der Schutz dauerhaft in die des Klimawandels integriert werden können. Damit beschäftigt sich der 7. Teil der REKLIM-Konferenz in Berlin.