International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Kann mal bitte jemand das Klima verstehen?

Das Klima verändert sich. Nicht nur heute, sondern auch schon vor tausenden von Jahren. Tiere können das Klima nicht verstehen. Sie gewöhnen sich an die Umstände oder ihre Spezies stirbt aus. Ganz nach dem Motto der Selektion von Charles Darwin. Bei den Menschen ist das anders: Mit der Zeit begannen sie, das Klima zu erforschen. Verstehen tut es – so scheint es zumindest – bisher noch niemand so richtig. Die Wissenschaft versucht sich daran. „Unsere Studie ist eine gute Voraussetzung für weitere Forschungen in diesem Themenbereich“, sagt Frau Bierstedt, die sich mit Wind und Klima beschäftigt. Mit dieser Aussage steht sie nicht alleine da.

Dennoch geben sich die Forscher Mühe, das Thema zugänglicher für alle zu machen. Um das Klima auch zukünftig besser zu verstehen, gibt es eine Reihe von Untersuchungen, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Natur begutachten. „Schnee sagt eine Menge über die Temperaturen der jeweiligen Jahre aus. Vor allem Staubpartikel und Gesteinsreste im Schnee spielen eine wichtige Rolle für die Forschung. Das Problem ist, dass wir nicht feststellen können, wie weit das schon zurückliegt“, berichtet Helene Hoffmann, von der Universität Heidelberg.

Helene Hoffmann und ihr Team haben sich auf die Alpen spezialisiert um das frühere Klima in Europa zu erforschen. Da die Alpen noch relativ „jung“ sind, blieb nur ein Gletscher („Colle Gnifetti“) übrig. Mit komplizierten Mess- und Bohrgeräten drangen sie in die Tiefen des Gesteins.

Nicht nur Schnee ist ein wichtiges Merkmal. Die Form und Dicke von Baumringen zeigen signifikante Ausprägungen des Wetters im alten Europa und seine extremen Schwankungen. Auch hier gibt es Einschränkungen, die die Wissenschaft bisher noch nicht überwunden hat. Insekten und Krankheiten verzerren das Bild. Allerdings können anhand der Baumringe Trockenzeiten ermittelt werden, was Rückschlüsse zulässt, welche Sommer besonders regenarm waren.

Neben Bäumen und Schnee ist auch Ablagerungsgestein in Seen eines der wichtigsten Forschungsinstrumente. Viele Seen, so zum Beispiel auch der Czechowskie See in Polen, entstanden vor langer Zeit und erzählen ihre eigene Geschichte über das Klima. An den vielen unterschiedlichen Gesteinen kann man die damalige Landschaft einfach rekonstruieren und Aussagen über die Bedingungen treffen.

Extreme Winde und Luftdruck haben die Wetterbedingungen immer wieder über Jahrhunderte verändert. Schnellere Winde führten beispielsweise zu warmen Zeiten, vor allem in den nördlicheren Regionen von Europa. Zudem sind extreme Stürme, Trocken- und Eiszeiten stark vom Luftdruck abhängig.

Bei all diesen Forschungen bleibt für mich dennoch die Frage offen: Macht es Sinn, das Klima von vor tausenden Jahren zu untersuchen? Sind es Perioden, die immer wieder kommen und können wir uns durch die Wissenschaft darauf vorbereiten? Oder verändert das Klima sich stetig und wir Menschen müssen uns anpassen?

Fremdsprache Wissenschaft

Es ist 09.30 Uhr am Mittwochmorgen. Etwas aufgeregt komme ich im Umweltforum der Auferstehungskirche an. Bloggen? Das geht. Aber über wissenschaftliche Beiträge zum Thema Klimawandel? Davon verstehe ich nicht so richtig viel. Ich mache mir Sorgen um mein Englisch. Wird das reichen, um die Redner zur verstehen und das Gesagte nach außen zu kommunizieren? Um 10.00 Uhr geht es los. „Intra-interglacial climate variability in the North Atlantic during MIS 11“ heißt das erste Thema. Intra-interglacial? MIS 11? Schon der Titel macht mich stutzig. Doch ich bleibe konzentriert. Ich schaffe das.

„SSTs were established using TEX86-indices derived from relative abundances of glycerol dialkyl glycerol tetraethers (GDGTs) of Thaumarcheota and alkenone-based Uk’37 indices.“ SST? TEX86-indices? Wie bitte? Noch viereinhalb Beiträge bis zur ersten Kaffeepause. Ich schaue mich um. Die anderen 40 Zuhörer um mich herum starren wie gebannt auf die Powerpoint-Präsentation. Einige nicken. Bin ich die Einzige im Raum, die nicht wirklich versteht worum es geht? Andere wiederum sehen aus wie in Trance. Vielleicht… bin ich nicht die Einzige.

Unbekannt ist das Problem nicht: Die Kommunikation der Wissenschaft nach außen. Ganze Bücher gibt es zu diesem Thema. Während die meisten Wissenschaftler noch ganz in ihrem Fachjargon sprechen und schreiben und somit eher ihre Kollegen erreichen, fordert beispielsweise das „Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation“ (NaWik), dass diese zur Ausbildung aller Forscher gehören sollte.

Der sechste Redner an diesem Morgen, gleich nach der Kaffeepause, spricht über die Erwärmung des Südatlantiks und deren Folgen für die Region Nordost Brasiliens. Ich verstehe, worum es geht. Doch auch hier verwirren mich Begriffe wie „Pa/Th ratios“, „dD of plant waxes“ oder der immer wieder fallende Begriff „Heinrich Stadial 1“. Die Essenz des Beitrags wird mir nicht ganz klar. Am heutigen Tage geht es also um die Kommunikation zwischen den Klimaforschern.

Dabei liegt Wissenschaftskommunikation im Trend. Wissenschaftsmagazine schießen wie Pilze aus dem Boden, jedes Jahr steht unter dem Stern einer anderen großen Wissenschaftsikone, Preise für gelungene Wissenschaftskommunikation werden verliehen. Das zunehmende Interesse der Öffentlichkeit an Wissenschaft ist nicht mehr zu leugnen.

Nach Ende des letzten Beitrages bitte ich den Redner Stefan Mulitza, mir seinen Beitrag zur Erwärmung des Südatlantiks noch einmal kindgerecht zu erklären. Bereitwillig und fröhlich stimmt er zu und ich verstehe in den folgenden 10 Minuten einiges. „Verstehen Sie all das, was Ihre Kollegen vortragen?“, frage ich ihn. „Ähm, ja, also ich würde sagen… überwiegend ja. Wir sind alle Experten und kennen uns natürlich besonders gut mit unseren eigenen Werkzeugen aus. Aber das große Bild kriegt man eigentlich mit.“

Es ist also nicht mein Englisch, das hakt. Im Deutschen hätte ich vermutlich nicht mehr verstanden. Und ich begreife: Eine Wissenschaftskonferenz, von Wissenschaftlern für Wissenschaftler – die ist tatsächlich nur für Wissenschaftler gemacht. Die Idee des NaWik, Wissenschaftskommunikation als Disziplin in jede universitäre Ausbildung zu integrieren, finde ich gut.

Dünen, Strand

Das Klimaarchiv Düne – wenn Sand wandert

Das Kooperationsprojekt „Climate Signals in Coastal Deposits“ beschäftigt sich mit den Dünen an der polnischen Ostseeküste, aus denen Daten über Schwankungen in den Windfeldern gewonnen werden können. Dazu wurde eine Studie entwickelt, die durch die Analyse der Dünen wichtige Daten über unser Klima gewinnen konnte. Schlussendlich wurden aus Rückblicken und gegenwärtigen Daten auch zukünftige Prognosen erstellt.

Die Dünen in dieser Studie sind etwa 250 – 550 Meter breit und bis zu 30 Meter hoch. Um diese Dünen zu untersuchen und Daten zu gewinnen, wurde ein Bodenradar (GPS) benutzt. Mit dem Bodenradar werden kurze elektromagnetische Impulse in die Düne abgestrahlt. Die aufgefangene Reflektion eben dieser, gibt Einsicht in die Beschaffenheit der einzelnen Sandschichten. Diese Methode kann auch die magnetische Reizbarkeit einer Materie nachweisen. Vor allem feinkörnige Sandstrände erzeugen hohe Ausschläge.  Durch diese Ausschläge entsteht der sogenannte „Barcode“. Zusätzlich zum Bodenradar nutzt man sedimentäre Untersuchungen. So wurde beispielsweise Schwermineralsand mit Böschungen in 3 bis 10 Meter- Intervallen angereichert. Diese Böschungen erzeugen ebenfalls hohe Ausschläge auf dem Bodenradar. Innerhalb eines Jahres waren mehrere Büschel davon verschwunden, was die Ablagerungen von Sand nachweist. Die gewonnenen Daten zeigen die Veränderungen in den Windfeldern der letzten Jahre auf. Daraus lassen sich beispielsweise die verschiedenen Windperioden feststellen, die wir als unsere Jahreszeiten kennen. In jeder Windperiode gibt es 3 starke Vorfälle von Windaufkommen, die in Diagrammen zusammengefasst als Windrosen dargestellt werden. Des Weiteren lässt sich nach Ost- und Westwinden unterscheiden, wobei starke Westwinde die Regel sind.

Der aus den Untersuchungen gewonnene „Barcode“ zeigt, dass vor allem vorherrschende Westwinde in den letzten Jahren dazu beigetragen haben, dass die Dünen „weiter wandern“, die Sandbeschaffenheit beeinflussen und kleine Böschungen unter dem Sand verschwinden. In Folge dessen wird an vielen Küstenabschnitten der Nordsee mit zunehmendem Landverslust gekämpft.

Poster-Sessions, Tag 2

Auch am zweiten Tag der Reklim-Konferenz wurden unterschiedlichste Themenschwerpunkte in Poster-Sessions dargestellt. Es ging um das Zusammenspiel der Atmosphärenzusammensetzung und dem Klima vom Globalen zum Regionalen, Extremwetterereignisse, integrierte Klimastrategien durch Risikoanalyse und -management und um das Verständnis von schnellen Klimaänderungen durch Analyse von Proxydaten.


Team: Sarah Langhoff, Jennifer Quidilnaco, Thomas Rohatzsch


Gemafreie Musik: Cayzland-Music.de

Ökosystem Tiefsee – Unbekannte Tiefen

Unter der Oberfläche der Ozeane liegt die Tiefsee, ein Lebensraum der größer ist als der, in dem wir leben. Das Sonnenlicht dringt nicht bis nach unten, weshalb ab 200 Metern Tiefe die Dämmerung beginnt und ab 1 Kilometer die ewige Finsternis. Es ist stockdunkel, eiskalt und das Wasser übt einen enormen Druck aus. In der Tiefe gibt es keine Jahreszeiten und keine Pflanzen und damit auch keine Photosynthese. Ungeachtet dessen gibt es in der Tiefsee Lebewesen. Die Tiere sind an die Anforderungen der Tiefsee angepasst.  Es handelt sich allerdings um wenige Organismen, wodurch die Tiefsee nicht dicht besiedelt ist. Um dennoch Beute anzulocken, können die meisten Tiefseefische selbst Licht herstellen. Viele haben fast transparente Körper oder sind völlig schwarz, als Tarnung vor Feinden.

Die Meisten haben sehr große Augen, damit sie die schwachen Reste des Lichtes aus der Dämmerzone auffangen können. Oft fehlen die Augen aber auch ganz und sie haben statt dessen äußerst sensible Wahrnehmungsorgane. Mit Hilfe derer können sie Gerüche und Erschütterungen von potenzieller Beute oder Räubern wahrnehmen. Die Kommunikation mit Artgenossen wird überhaupt erst mit Hilfe von Lichtsignalen, die manche Fische aussenden, ermöglicht.

Ausgeklügelte Nahrungskette

Eine ausgeklügelte Nahrungskette ermöglicht den Lebewesen in der Tiefe ein Überleben: Quallen fressen das Plankton, das an der Meeresoberfläche schwimmt und tauchen in die Tiefen hinab. Dabei können sie von einem Räuber gefressen werden. Versucht der Räuber weiter nach unten zu sinken, kann auch er von einem Tiefsee-Hai gefressen werden. Stirbt dieser sinkt er weiter hinunter. Dort wird er schließlich von Bakterien gefressen, die wiederum von Bodenbewohnern gegessen werden.  Auf diesem Weg wird die Nahrung weitergegeben, bis schließlich nur noch der Rest ganz unten am Meeresboden ankommt. Dort landet hauptsächlich Kot, Kadaver und winzige Pflanzenteilchen.

Langsamere Lebensvorgänge in der Tiefsee

Aufgrund der Dunkelheit und der Kälte laufen die Lebensvorgänge in der Tiefsee sehr langsam ab.  Sie Tiere bewegen und entwickeln sich langsamer. Die Tiere werden insgesamt älter, jedoch erst sehr spät Geschlechtsreif.

Bedrohte Lebewesen in der Tiefsee

Das ist ein großes Problem. Der Tiefseefisch-Bestand braucht Jahrzehnte um sich von dem Verlust durch Fischerei zu erholen. Auch wenn Tiefseefische gar nicht Ziel der Fischer sind, werden sie in den riesigen Fischereinetzen mitgefangen.

Doch nicht nur die Fischerei wirkt sich dezimierend auf den Lebensraum aus. Auch andere wirtschaftliche Interessen stellen eine Gefahr für den Bestand dar: Metalle wie Mangan und Eisen, aber auch Kupfer, Nickel und Kobalt sind in Manganknollen enthalten. Diese liegen zu Hauf auf dem Boden der Tiefsee. Aufgrund von steigenden Rohstoffpreisen hat vor allem die Stahlverarbeitungs- und die Elektroindustrie großes Interesse daran diese zu bergen. Bei einem Abbau der Rohstoffe wird Boden aufgewirbelt wodurch Lebewesen an die Oberfläche gelangen und dort sterben.

Das Ausmaß hätte verheerende Auswirkungen auf das Klima

Laufen Prozesse in der Tiefsee nicht richtig ab, hat das direkte Auswirkungen auf die Erde. Denn die Ozeane und die Atmosphäre beeinflussen sich gegenseitig. Das gesamte Wasser zirkuliert in einem Kreislauf. Der Golfstrom transportiert warmes Wasser aus den tropischen Atlantik-Regionen in Richtung Norden. Im Nordatlantik und in der Antarktis kühlt das Wasser ab. Die Wasserdichte nimmt zu. Das schwere, salzhaltige Wasser sinkt in 3000 bis 4000 Meter Tiefe ab und fließt als kalter Tiefseestrom zurück in Richtung Äquator. Der Golfstrom bringt enorme Mengen  warmes Wasser nach Europa und sorgt damit für besonders milde Lufttemperaturen. Durch die globale Erderwärmung droht eine Gefahr: es kommt zu verstärktem Regen und die Gletscher schmelzen schneller. Der Salzgehalt des Meeres verringert sich und somit kann das Wasser nicht mehr so leicht in die Tiefe gelangen. Das globale Förderband wäre damit unterbrochen. Wenn der Golfstrom eines Tages versiegen würde,  könnte es im schlimmsten Fall zu einer Eiszeit kommen. Viele Fragen und Antworten zu diesem Thema liegen noch im Verborgenen. Klar ist jedoch, dass weiterer Forschungsbedarf dringend besteht.

 

Quellen:

Quelle: freeimages.com

Vulkane – die Ventile der Erde

Weltweit gibt es derzeit etwa 1900 aktive Vulkane. Sie sind nicht nur auf der Erdoberfläche, sondern auch in den Tiefen der Meere zu finden. Jeder einzelne Vulkan ist ein Puzzleteil, das zusammen mit den Erdplatten die Erdkruste bildet. Die meisten Vulkane gibt es deshalb auch an den Plattengrenzen. Hinter ihnen liegen nämlich die Zonen, in denen die Erdkruste besonders viele Spalten und Risse hat.

Sobald geschmolzenes Gestein (Magma) aus den Öffnungen der Erdkruste tritt, spricht man von einem Vulkanausbruch (Eruption). Dabei sind Ausbrüche nicht immer explosiv, denn in manchen Fällen fließt das gasarme Magma nur aus den Kratern heraus. Sobald das flüssige Magma an die Erdoberfläche tritt, wird es Lava genannt.

Vulkaneruptionen dienen hauptsächlich als eine Art Überdruckventil, das verhindert, dass die Erde irgendwann wie eine überreife Tomate aufplatzt. Vulkanausbrüche sind gleichermaßen gefährlich wie nützlich. Einerseits führen manche zu regelrechten Naturkatastrophen, bei denen sogar Menschen in den betroffenen Gebieten sterben können. Andererseits verdankt die Erde ihnen das fruchtbare Land, auf dem Vegetation gedeiht, Tiere ihren Lebensraum finden und Menschen ihre Nahrung anbauen. Lava fließt teilweise kilometerweit wie ein brennender Fluss durch das Land. Kühlt die Lava ab, entsteht neuer, nährstoffreicher Boden. Austretende Lava sorgt zugleich für den Aufbau des eigenen Vulkanbergs. Je mehr von der glühenden Masse über die schon erkalteten Ströme fließt, desto höher baut sich Schicht für Schicht ein Berg auf.

Vulkanausbrüche können Natur und Verkehr auch tausende Kilometer von ihrem Ursprung entfernt beeinträchtigen. Denkt man an den Vulkanausbruch in Island 2010 (Eyjafjallajökull), fällt einem als Erstes die massive Ausbruchswolke ein, die für eine enorme Behinderung des internationalen Flugverkehrs sorgte. Oftmals wird von einer „Aschewolke“ gesprochen. In diesem Zusammenhang ist das Wort Asche aber nicht ganz korrekt. Aus einem Vulkan treten der Staub von Lavagestein oder auch reiner Wasserdampf aus, nicht jedoch verbrannte Mineralien (Asche). Das Wertvollste, was ein Vulkan fördert, ist Wasser. Sobald die Wasserdampfwolken abkühlen, beginnt es zu regnen.

Aber Vulkane können noch mehr: Sie fördern das Leben in den Meeren. In den Tiefen der Ozeane gibt es außerordentliche Ökosysteme, die es ohne die Lava und die Säure, die entsteht, wenn Schwefel und flüssiges Kohlenstoffdioxid auf Wasser treffen, so gar nicht gäbe. „80 Prozent aller Vulkanausbrüche ereignen sich unter Wasser“, berichtet Joe Riesing von der University of Washington. Je nach Säuregehalt unterscheiden sich die Ökosysteme signifikant. Es gibt karge Steinwüsten, in denen nur Bakterien und eine einzige Garnelenart leben, aber auch wahre „Säureparadiese“, in denen es nur so von Leben wimmelt. Die Vulkangase ernähren Massen von Schwefelbakterien. Schwärme von kleinen Garnelen, Napfschnecken und Rankenfußkrebsen bedecken das Vulkangestein.„Die Tiere sind perfekt an Umweltbedingungen angepasst, die für das normale Leben im Meer tödlich wären“, sagt der Geologe Bill Chadwick von der Oregon State University.

Vulkane beeinflussen natürlich auch unser Klima. Speziell Tröpfchen schwefliger Säure, „Aerosole“ genannt, geraten bei einer Eruption in die Stratosphäre. In der Sphäre wandelt sich das Schwefeldioxid zu Tonnen von Sulfat um, das dann um den ganzen Globus wandert. Aerosolen beeinflussen die Temperatur in vielerlei Hinsicht: Die Säuretröpfchen führen zunächst zu einer Erwärmung der Stratosphäre durch das Anziehen von Sonnenenergie. Das hat zur Folge, dass weniger Energie auf der Erdoberfläche ankommt, wodurch die Temperatur auf der Erde stetig in kleinen Schritten sinkt.


Fakten

    1. Es gibt weltweit etwa 1900 aktive Vulkane.
    2. Der Kilauea auf der Insel Hawaii ist zur Zeit der aktivste Vulkan.
    3. Gleich dahinter kommt der Vulkan Stromboli in Italien.
    4. Der höchste Vulkan auf der Erde ist der Mauna Loa auf Hawaii (4149 Meter).
    5. Der höchste Vulkan auf dem Festland ist der Neavado Ojos del Salado in Chile (6885 Meter).
    6. Der Vulkanausbruch, der die meisten Menschenleben forderte, war in Sumbawa, 1815. Durch den Vulkan Tambora starben 92.000 Menschen.
    7. Lavaströme können bis zu 50km/h schnell werden. Dieser Rekordwert wurde am Vulkan Piton de la Fournaise gemessen.
    8. In Deutschland gibt es an der Eifel Vulkanfelder. Sie gelten aber nicht mehr als aktiv.
    9. Weltweit sind jährlich 50 bis 60 Vulkanausbrüche registriert.
    10. Die meisten Vulkane gibt es an den Plattengrenzen.

Quelle: vulkanschule.de