International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Forschung – Männerdomäne von gestern?

Laura Niederdrenk hat eigentlich Mathematik studiert. Hier auf der REKLIM-Konferenz referiert sie aber zu einem Thema, das man erst mal nicht unbedingt mit Mathe in Verbindung bringen würde: Klima. Nachdem die gestrige erste Session zum Thema „Regional Climate System Modelling“ aber klargemacht hat, dass eben diese Klimamodelle wie mathematische Formeln funktionieren, macht ihr Weg Sinn.

Lea / © Nataliya Riedel

Isabel Kraut während der Vorstellung der bisherigen Forschungsergebnisse zu ihrer Doktorarbeit. / © Nataliya Riedel

In dem Konferenz-Vortrag präsentiert sie die Ergebnisse aus einer Studie im Rahmen ihrer Doktorarbeit. Es geht um ein Projekt, bei dem durch die Kombination der Klimamodelle MPIOM, ein sogenanntes „ocean- sea ice model“ und dem Modell REMO, ein „regional atmosphere model“ das Zusammenspiel zwischen unterschiedlichen arktischen Klimakomponenten und deren Veränderlichkeit erforscht werden.

Sie ist eine von beeindruckend vielen weiblichen, jungen Referenten. Laura Niederdrenk ist 32 Jahre jung, erwartet Nachwuchs und vermittelt mit ihren Mitstreiterinnen den Eindruck, dass dort eine neue Generation junger Forscherinnen auf dem Weg ist, das Klima der Welt zu erforschen und vielleicht sogar zu verändern. Eine ebenfalls junge und resolute Teilnehmerin ist die 27-Jährige Isabel Kraut. Sie studiert Meteorologie und stellt auf der Konferenz die bisherigen Ergebnisse ihrer Doktorarbeit vor. Thema ihres Vortrags ist die Frage, wie Aerosole auf das Wetter einwirken. Aerosole sind Gas-Schwebeteilchen-Gemische, wie zum Beispiel der Wasserdampf des Meeres, in welchem sich Salzpartikel befinden. Als Forschungsobjekt verwendete sie den Orkan „Rolf“, der im November 2011 in Frankreich und Italien besonders hohen Niederschlag auslöste. Die Art dieses Orkans wird „Medicane“ genannt, da er am Ende seiner Laufbahn das offene Meer erreicht. Isabel Kraut simulierte seinen Fortlauf durch das Modell COSMO-ART und untersuchte, ob das Meersalz in der Luft (also ein Aerosol) den „Medicane“ beeinflusste. Das Ergebnis war eindeutig: Der Einfluss ist groß. Die 27-Jährige ist die Erste, die einen solchen Versuch durchgeführt hat und ihre Ergebnisse sind die ersten zu diesem Thema. Noch ist sie nicht fertig mit allen Studien und Forschungen zu diesem Thema, doch wenn sie es ist, wird sie eine der Frauen sein, die mit ihren Fähigkeiten helfen, unser Klima besser zu verstehen.


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Klimamodellierung

Klimatische Veränderungen, die über einen bestimmten Zeitraum in einer bestimmten Region auftreten werden in Klimamodellen dargestellt. Sie sind eine mathematische Darstellung physikalischer, biologischer und chemischer Grundlagen in numerischen Werten. Das heißt eine Darstellung klimatischer Veränderungen, wie Eisdicke, Temperaturen oder Regenmengen in eingegrenzten Zeiträumen wird durch ein Klimamodell möglich.

Dr. Ha Hagemann / © Nataliya Riedel

Dr. Ha Hagemann während ihres Vortrags auf der REKLIM Konferenz 2014 / © Nataliya Riedel

Nötig ist dies vor allem, um Veränderungsprognosen- und hypothesen aufzustellen und weitere Veränderungen in den Teilbereichen vorauszusehen. Vor allem sind sie nötig, um das Klima zu verstehen, in den Modellen zu simulieren und möglichen negativen Veränderungen entgegenzuwirken.

Wie in mathematischen Gleichungen können aus den Ergebnissen eines Modells Rückschlüsse auf das Ergebnis eines anderen Modells gezogen werden. Durch die Kombination zweier Ergebnisse erhält man neue Erkenntnisse. Zum Beispiel: a + b = c also b + a = c oder c – b = a.
Für die Klimaforschung bedeutet das zum Beispiel: Ein Klimamodell mit Ergebnissen aus der Atmosphärenforschung kombiniert mit den Ergebnissen aus der Meeresforschung kann neue Ergebnisse hervorbringen. Dadurch können Prognosen für zukünftige Veränderungen gestellt werden.

Die Forschung hat verschiedene Modelle und Simulationen hervorgebracht, die regelmäßig miteinander verglichen werden, um das genauste Ergebnis zu erhalten. Außerdem werden die Ergebnisse der Modelle mit bereits verzeichneten Werten aus der Vergangenheit ver- und abgeglichen um eine bestmögliche Annährung der hypothetischen Werte und denen der Realität zu erhalten.

Jennifer Brauch / © Nataliya Riedel

Jennifer Brauch während ihres Vortrags auf der REKLIM Konferenz 2014. / © Nataliya Riedel

In der Session zu diesem Thema stellten verschiedene Forscher die Ergebnisse ihrer Projekte unter Anwendung der Modelle vor. Die vorgestellten Projekte kombinierten unterschiedliche Modelle und verglichen die Übereinstimmungen. Schauplatz der Forschungen waren unter anderem Grönland, wo die Eisdicke untersucht wurde, Nord- und Ostsee und die Veränderung der Temperatur der Wasseroberfläche und das Monsunverhalten in Westafrika.
Die Forschung für die Verbesserung der Genauigkeit der Ergebnisse aus den Modellen geht stetig weiter.