International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Best Of Day 4 – Höhepunkte des vierten REKLIM-Tages

Der vierte REKLIM-Tag stand als “Public Day” ganz im Zeichen des Dialogs zwischen der Wissenschaft, Vertretern der Politik und Behörden mit einer interessierten Öffentlichkeit: unter anderem Staatssekretär Stefan Müller (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Prof. Dr. Jürgen Mlynek (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Prof. Dr. Peter Lemke und Prof. Dr. Mojib Latif.


Moderation: Julia Klann, Maximilian Rauh

Kamera: Patrick Schulz, Maria Gradl, Maximilian Rauh

Ton: Franziska Bock

Schnitt: Inken Rutz


Gemafreie Musik: Cayzland-Music.de

Interview: Peter Berglez

Klimawandel – Vom Risiko zur Bedrohung

Peter BerglezPeter Berglez unterrichtet Global Journalism, Digital Journalism und Critical Discourse Analysis als außerordentlicher Professor an der Örebro Universität, Schweden. Diese Studiengänge sind bislang Weltweit einzigartig in ihrer Form.

Sein bereits abgeschlossenes Forschungsprojekt “Vom Risiko zur Bedrohung: Soziale Repräsentation des Klimawandels in den Medien und der Bevölkerung” ist das erste Projekt welches die mediale Berichterstattung des Themas Klimawandel behandelt.

Wie Deutschland ist auch Schweden ein Vorbild in dem Umgang mit dem Klimawandel. Die Thematik ist in den Medien präsent und wird viel diskutiert. Prof. Berlgez untersuchte im Auftrag von FORMAS, the Swedish Research Council for Environment, Agricultural Sciences and Spatial Planning, wie die schwedischen Medien über dieses wichtige Thema berichten. Der Kernpunkt des Projektes war dabei die Tranformation des Klimawandels in der Berichterstattung von einem Risiko zu einer Bedrohung. Zunächst behandelten nur Wissenschaftsjournalisten diese Problematik, meist eingegrenzt auf Klima-Wissenschaften, und Klimawandel war nur ein mögliches Risiko.

Vor ca. 10 Jahren kam es in Schweden zu einer Veränderung und das Klimathema wurde zunehmend von Politikern und Medien diskutiert, es gab einen regelrechten Klimainformations-Boom. In dieser Zeit formte sich, laut Prof. Berglez, die Klimaproblematik in den Medien von einem Risiko zu einer Bedrohung. “The climate issue, which is basically a scientific issue, it became an object of media logic”, so kam es dazu, dass normale Journalisten das Thema in einer verkaufbaren, aber trotzdem interessanten und unterhaltender Form aufarbeiteten ohne zu verharmlosen wie gefährlich Klimawandel ist.

Peter Berglez und sein Forschungsteam kam unter anderem zu zwei Ergebnissen: Einerseits die Individualisierung der Thematik. Journalisten betonten die Verantwortung des Einzelnen wenn es um Klimawandel geht, jeder könne etwas verändern.

Andererseits  wurde das Thema auch nationalisiert, um hervorzuheben wie hervorragend und einig Schweden im Umgang mit dem Klima im Vergleich zu anderen Ländern ist. So wurde eine Vorbildfunktion geschaffen, deren Beispiel andere Länder folgen sollten.

“But I want to point out that this kind of transition from risk to threat is not necessarily a positive thing”. Es ist erfreulich, dass Journalisten es geschafft haben die Klimaproblematik in einer verständlichen Weise zu präsentieren, dass sich jeder ohne Vorwissen informieren kann, doch wenn ein Thema plötzlich auf der Agenda steht, kann es so schnell es gekommen ist auch wieder verschwinden.

Interview: Petra Seidel

Interview mit Petra Seidel

Interviewpartnerin Petra Seidel

Petra Seidel vom Julius Kühn-Institut befasst sich mit den Fragen ob und wie sich die Klimaerwärmung auf Pflanzenschädlinge auswirkt und welche Folgen dieser Vorgang nach sich ziehen kann. Bei einem ist sich die Pflanzenphysiologin sicher: es gibt auf diesem Gebiet viel Unerforschtes und daher eine Forschungslücke.

 






Frau Seidel, können Sie mir erklären worum es im Kern geht?

Pflanzen können durch verschiedene Schadenserreger wie Viren, Bakterien, Pilze, Insekten oder Unkräuter krank werden. Geschädigte Pflanzen haben natürlich auch Auswirkungen auf den Menschen, denn der Ernte-Ertrag wird geringer. Ohne entsprechenden Pflanzenschutz würde der Ertragsverlust Untersuchungen zufolge bei 30-40% liegen.



Wie ist der aktuelle Forschungsstand?

In den letzten 20 Jahren hat man sich generell damit beschäftigt, wie sich das Klima auf die Schadenserreger auswirkt. Ein Problem dabei ist allerdings, dass man eigentlich nur den Klimawandel im Ganzen untersucht hat und nicht, wie sich Extremwettereignisse auf Schadenserreger auswirken. Die Auswirkungen des Klimawandels sind insgesamt zwar gut erforscht, aber zu den  Auswirkungen von Extremwetterereignissen gibt es fast keine Ergebnisse – es gibt sozusagen eine Forschungslücke.



Gibt es besonders betroffene Arten?

Diese Frage kann man so noch gar nicht beantworten, weil bis jetzt zwar einzelne Beobachtungen durchgeführt wurden, diese allerdings nicht verallgemeinert werden können.

Von der Wertschöpfung her müsste man schon denken, dass die Schäden bei den Sonderkulturen, wie z.B. Obst höher sind, da es ja länger dauert bis ein Baum Früchte trägt und der Landwirt mehr Vorleistung erbringen muss, bevor er wieder anpflanzen kann.



Wie können Schadenserreger denn durch den Klimawandel gefördert werden?

Einmal werden sie indirekt gefördert, da die Winter nicht mehr so kalt sind und Schädlinge dadurch nicht absterben oder Unkraut nicht erfriert. Wenn zum Beisiel die Trauben von Weibreben durch Hagel beschädigt werden, öffnet sich eine Eintrittspforte für Pilzkrankheiten, die Trauben unter normalen Umständen gar nicht schaden würden.



Wie kann man dem entgegenwirken?

Man kann Pflanzenschutzmittel anwenden. Allerdings weiß man hier noch nicht, wie die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln durch extreme Wetterereignisse beeinflusst wird. Auf Kartoffelfeldern zum Beispiel werden Unkrautvernichtungsmittel verteilt, die durch starken Regen in die einzelnen Dämme gespült werden, während die Kartoffel noch unter der Erde heranwächst. Die Kartoffel muss sich also durch die Schicht an Unkrautvernichtungsmittel kämpfen und trägt dadurch Schaden davon.



Kann der Klimawandel nicht auch den Ertrag fördern?

Ja und nein – der erhöhte CO2-Gehalt in der Luft würde dies natürlich schon fördern, die Temperatur allerdings nur bis zu einem gewissen Limit. Bei zu viel Hitze würde das Ganze wieder negative Folgen haben.



Was wären die Folgen, die auch uns betreffen?

Direkte Folgen für uns könnten sein, dass durch geringere Erträge die Preise steigen würden.



Wie ist denn Ihre Prognose für die Zukunft?

Was genau auf uns zukommt, kann ich nicht sagen. Es wird sehr unterschiedlich sein.  Es muss Geld bereitgestellt werden, um die Forschung dahingehend weiter auszubauen.

Genauere Informationen: www.klimafolgenkataster.de

Interview: Anatolii Anisimov

Anatolii Anisimov / © Nataliya RiedelKönnen Sie uns bitte Ihre Forschungen erläutern?

Unsere Untersuchung begann vor circa fünf oder sechs Jahren in der „Marine Hydrophysical Institute, National Akademie“ der Ukraine. Diese Forschung war erforderlich, um das derzeitige Klima in unseren Forschungsgebieten, der Ukraine und der Schwarzmeerregion, zu erkunden. Die Forscher haben in den einzelnen Regionen Messungen durchgeführt, um den klimatischen Unterschied sowie die Veränderungen im 21. Jahrhundert festzustellen.

 

Warum haben Sie sich dazu entschieden, die Klimakonferenz REKLIM in Berlin zu besuchen?

Es ist eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Forschungsziele vor so vielen Kolleginnen und Kollegen zu präsentieren und etwas über deren Forschungsergebnisse zu erfahren.

 

Denken Sie, dass sich die Einstellung der Menschen zum Thema Klima ändern wird?

Ich glaube, dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt, den Menschen bewusst zu machen, dass wir unser Leben auf dem Planeten verbessern müssen.
In Deutschland oder anderen klimabewussten Staaten wurde schon viel Aufklärungsarbeit  im Vergleich zu Ländern wie der Ukraine geleistet. Ich hoffe sehr, dass die Klimaforschung in Zukunft in der Ukraine eine wichtigere Rolle einnimmt.

Anatolii Anisimov ist Nachwuchswissenschaftler am Marine Hydrophysical Institute der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine in Sevastopol.

REKLIM Konferenz Logo

Interview: Kristine Skovgaard Madsen

Kristine Skovgaard Madsen / © Nataliya Riedel

Kristine Skovgaard Madsen, Forscherin des Meteorologischen Instituts in Kopenhagen / © Nataliya Riedel

Why did you decide to come to the REKLIM Conference in Berlin?

I  decided to come to the REKLIM-Conference because  the topics which are discussed are relevant to what i´m doing on my research. I´m working on both, the arctic and the sealevel issues. Both topics are covered by the conference.

Do you think it’s important to have a conference like that?

Yes i do. Both to have sientists talking to each other and exchanging the newest results on their research and to have a friendly and open environment where you can share information. It´s also very important to bring the information  to the public. So the research can be used and understood.

What is your prognosis for the future? Do you think people will change in order to improve their environment in the world?

I as a scientist don´t have a prognosis of how people will react. We show our best projections of what will happen in different szenarios. After that, it´s up to politicians and people in general to actually react. I personally hope that people will look into the results and see the importants of them.