International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Quelle: www.epsos.de

Der ewige Zyklus der Plastiktüte – Alles nur Müll?

Müll_01Jeder Mensch macht Müll. Der eine mehr, der andere weniger. Den einen kümmert’s, den anderen nicht. So produziert der deutsche Bürger im Durchschnitt fast eine halbe Tonne Abfall im Jahr.  Das macht über 400 Tonnen Müll für ganz Deutschland und entspricht in etwa dem Gewicht von 66 Millionen Elefanten.

Klappe zu, Müll weg – So einfach ist es in der Realität leider nicht. Mit der Abholung des Hausmülls durch die lokale Müllabfuhr beginnt in vielen Fällen eine regelrechte Odyssee durch die Zyklen der Natur.
Wohl praktisch erscheinen die temporären Lösungen von Müllverbrennungsanlagen und Mülldeponien. Dass die verunreinigten Abwasser und Dämpfe der Müllberge ihren Weg zurück in die Natur und somit in die Umwelt finden, bleibt allerdings nicht ohne Folgen. Die globale Verschmutzung ist verantwortlich für Klimaveränderungen, Bodenerosionen und übersäuerte Ozeane. So berührt das Müllproblem alle Bewohner der Erde – und führt unmittelbar zurück zu seinem Erzeuger.

Verbrennungsanlangen, Deponien und Elektromüll : Wohin mit dem Abfall?

Möglichkeiten, sich der Müllberge zu entledigen, gibt es viele.  Das Müllproblem gibt es nämlich nicht erst seit gestern. Im Gegenteil: Bereits nach dem 18. Jahrhundert mit seinen wütenden Pestepidemien kümmerte man sich um den stinkenden Abfall in den Straßen.

Die erste Müllverbrennungsanlage wurde schon 1862 eröffnet. Eine gute Lösung, wenn man es mit dem Umweltschutz nicht so genau nimmt: Forschungsergebnisse der Greenpeace aus dem Jahre 2001 verdeutlichen die enorme Umweltbelastung durch Treibhausgase und krebserzeugende Giftstoffe, die in die Atmosphäre dampfen. Auch Mülldeponien setzen dem Müllproblem kein wirkliches Ende. Moderne Deponien haben sich optimale Verdichtungsmethoden und den Schutz des Grundwassers zum Ziel gemacht. Trotzdem waren die Hälfte aller deutschen Mülldeponien 2005 noch dem alten System verschrieben: Schmutzige Abwässer und Giftstoffe der gesammelten Abfälle sickern dort munter in den Boden – und ab in die Umwelt.

Ein ernstes Problem stellt auch der Sondermüll dar: Smartphones, Computer und Handys werden meist nach kurzer Lebensdauer verschrottet. Zurück bleibt Elektromüll – giftige und synthetische Stoffe, die nicht nur die Natur, sondern auch den Menschen bedrohen. 100‘000 Tonnen Elektromüll hinterlässt unsere Gesellschaft. Dieser landet allerdings nicht auf den hiesigen Deponien, sondern wird nach Afrika abtransportiert: Dort graben kleine Kinder nach verwertbaren Resten und erleiden tödliche Krankheiten und Vergiftungen – und das alles durch unseren Müll.

Müll_02Der neue Umgang mit Ressourcen – Wundermittel Recycling?

Nach einer Lösung für das Müllproblem wird derzeit fieberhaft gesucht. Immer mehr Menschen überdenken ihr Konsumverhalten und schwören auf Recycling, Upcycling und vermeiden Abfall, wo es nur geht.
Schuld an dem übermäßigen Müll ist vor allem übermäßiger Konsum. Das macht die Umweltbelastung gerade in den modernen Gesellschaften umso schwerwiegender. Würden alle Kulturen so leben, wie wir es in Deutschland tun, bräuchten wir 2,5 Erden, um alle Menschen mit Ressourcen zu versorgen.

A propos Ressourcen: Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem wir Erdlinge unser Jahresbudget an erneuerbaren Ressourcen verbraucht haben. 1987 war das der 19. Dezember. Unseren Earth Overshoot Day haben wir allerdings schon am 19. August „zelebrieren“ dürfen. Alle Ressourcen, die wir fortan verwenden, stehen uns laut Rechnung nicht zu. Die Erde hat keine Möglichkeit, sich zu erholen und neue Rohstoffe zu produzieren.

Verbesserungsvorschläge der katastrophalen Situation gibt es viele. Die Nutzung sekundärer Rohstoffe aus Resten, ökologische Verwertung von Abfällen und Recyclingmaßnahmen sind nur einige davon. Eine dauerhafte Veränderung entsteht allerdings in viel kleineren Räumen: Den Köpfen der Verbraucher. Nach dem Motto: Ein kleiner Schritt für den Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit kann jeder Einzelne sein Konsumverhalten revolutionieren – und anfangen, die Erde zu retten.

 

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