International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Landwirtschaft als regionales Problem mit weitreichenden Konsequenzen

Das System der Landwirtschaft reicht bis zu den Anfängen der Menschheit zurück. Seit dem hat sich einiges verändert. Die Arbeit wurde durch Maschinen und Pflanzenschutzmittel leichter und die Ställe nehmen dem Bauern viel Arbeit schon eigenständig ab, so dass immer größere Mengen an Masttieren mit wenig Aufwand gehalten werden können. Die Konsequenz dieser Entwicklung endet aber nicht mit wirtschaftlichem Aufstieg.

In diesem Abschnitt wird euch erklärt, welchen Einfluss der moderne Ackerbau und vor allem die Massentierhaltung auf die regionalen Wasserhaushalte haben.

 

Der größte Wasserverbrauch findet in der Landwirtschaft statt

Rund 70% der Trinkwasservorräte werden weltweit für die Landwirtschaft genutzt. Davon geht ein Großteil in die Bewässerungsanlagen. Das hat oft einen hohen Wasserverlust zur Folge, da Beschädigungen an den Leitungen nicht sofort behoben werden oder die Systeme schlicht ineffizient sind.

 

Deutschland – ein einziger Mastbetrieb

Laut dem Umweltbundesamt werden 54% des deutschen Bodens zu Agrarflächen gewandelt. Agrarflächen sind nicht nur Felder, sondern auch Flächen, die für Ställe benötigt werden. Durch die staatliche Subventionierung von Massentierhaltung gibt es heute so viele Mastbetriebe wie noch nie: 2,6 Mio. Hektar werden ausschließlich für Schweine-, Rinder- und Hühnerzucht erschlossen. Dieses System bringt nicht nur tierschutzrechtliche Probleme mit sich. Denn wer so viele Tiere auf einmal hält, der muss sich auch deren Exkremente entledigen. Dies geschieht in Form von Gülle als Düngemittel auf den Feldern. Dadurch gelangt eine sehr überhöhte Menge an Nitraten in den Boden  – zusammen mit den Pestiziden, die noch zusätzlich auf den Feldern verteilt werden.

 

Grenzwert für Nitrate im Grundwasser überschritten

Das Grundwasser braucht bis zu 40 Jahre, um Nitrate und Pflanzenschutzmittel (PSM) aufzunehmen. Das bedeutet aber auch, dass wir heute Stoffe über das Trinkwasser aufnehmen, die mittlerweile aufgrund ihrer Schädlichkeit schon längst verboten sind.
Messungen des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschlands (BUND) ergeben: bei einem Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen wird die 25mg Nitrat/1l Grundwasser um mehr als das doppelte überschritten. Auf ganz Deutschland gerechnet sind das 14% aller Messstellen, die mehr als 50mg Nitrat/1l Grundwasser hervorbringen. Das alles wäre aber gar nicht möglich, hätten sich alle Landwirte freiwillig an die Pestizid- und Nitratrichtlinie von 1991 gehalten. Grundwasserschonendere Alternativen wurden schon 1980 entwickelt.

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