International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Landwirtschaft und seine Wechselwirkung mit dem Klima

Landwirtschaft ist ein großes Thema, wenn es um den Klimawandel geht. Das Beispiel der polarisierenden Biogasanlagen soll näher veranschaulichen, was für einen Einfluss der Anbau und die Verwertung in der Landwirtschaft auf die Umwelt haben.

Was macht eine Biogasanlage eigentlich?

Die ursprüngliche Idee der Biogasanlage ist es mit nachwachsenden Rohstoffen Biogas und Wärme zu gewinnen.
Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Rohstoffe, wie Gülle, Klärschlamm, Bio-Abfall, Fette und Pflanzen werden in einem luftdichten Behälter vermischt. Dieser Behälter wird durch ein heißes Wasserbad auf eine Idealtemperatur zwischen 37°C und 55°C erhitzt.
Was nun geschieht wird als anaerobe Fermentierung bezeichnet. Das heißt, dass durch die bakterielle Zersetzung der Rohstoffe in einem sauerstoffarmen Raum Biogas entsteht. Der Hauptbestandteil ist das Treibhausgas Methan.

Was passiert mit den Abfällen?

Die Abfälle, die sogenannten Gärreste, können als Düngemittel verwendet werden.Vorteilhaft gegenüber der direkt auf dem Feld verteilten Gülle daran ist, dass diese Reste geruchsneutraler, chemisch weniger aggressiv und reichhaltig an Stickstoff sind. Das ist die Idee einer Biogasanlage. An sich klingt sie sehr nachhaltig und ökologisch sinnvoll. Trotz der hohen Anschaffungskosten gibt es auch reichlich Bauern, die darauf setzen. Grund dafür: Durch die Erneuerbare-Energien-Gesetze (EEG) wird der Bau von Biogasanlagen staatlich subventioniert.

Biogasanlagen als Lösung für das Gülleproblem?

Da die meisten Landwirte in Deutschland mit der Massentierhaltung ihr Hauptgeschäft betreiben, hätten sie reichlich erneuerbaren Rohstoff (in diesem Fall Gülle) zu verwerten. Dieser Rohstoff funktioniert aber nur dann, wenn die Tiere, deren Exkremente verwertet werden sollen, nicht mit Antibiotika behandelt wurden. Grund dafür sind die Bakterienstämme, die für die Fermentierung notwendig, aber von den Antibiotikums-Resten vernichtet werden würden.

Welche Auswirkungen haben Biogasanlagen auf die direkte Umwelt?

Nun will oder kann man einen Mastbetrieb nicht ohne Antibiotika führen. Das hat zur Folge, dass im großen Stil auf sogenannte Energiepflanzen zurückgegriffen wird. Am beliebtesten für die Biogasanlagen ist der Mais. Diese Pflanze wird dementsprechend in Monokulturen gezüchtet. Das bedeutet aber einen radikalen Eingriff in das natürliche Gleichgewicht, weil Monokulturen erstens dem Boden nur einseitig den Nährstoff entziehen und zweitens anfälliger für Schädlinge und Krankheiten sind. Aufgrund dessen werden erhöht Kunstdünger und Pestizide eingesetzt.

Ist Energie wichtiger als Nahrungsmittel?

Zusätzlich zu den ökologischen und gesundheitlichen Konsequenzen, die solche biogasanlagen mit sich bringen, gibt es auch noch einen ökonomischen Aspekt: 17% der 12 Mio. Hektar Ackerfläche in Deutschland werden nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion genutzt. Das bedeutet, dass die Energiepflanze die Nahrungspflanze durch Nutzungskonkurrenz bedroht. Weltweit führt das zu Trinkwasser- und Nahrungsmittelknappheit.

Hinterlasse einen Kommentar: