International Conference

OUR CLIMATE2014

Regional perspectives on a global challenge

OUR FUTURE

Studentisches Medienprojekt zur Internationalen REKLIM Konferenz

6 - 9  Oktober 2014  Berlin

Quelle: epsos.de

Verschmutzung der Meere: (Plastik-) Land in Sicht!

Mehr als die Hälfte unserer Erde besteht aus Wasser. Ganze 70% der Erdoberfläche nehmen Seen, Flüsse und Ozeane ein. Umso trauriger ist die Art, wie der Mensch mit seiner weltvollsten Ressource umgeht: Treibendes Müll, Überdüngung, Schadstoffe und Ölteppiche belasten die maritime Umwelt.

Das Müllproblem hat längst auf die Gewässer dieser Erde übergegriffen – Müllstrände, gefährdete Tierarten und letztlich auch die akute Schädigung der Menschen sind die Folgen des unsachlichen Umgangs mit Abfällen. Wie der Müll seinen Weg zurück in die Nahrungskette schafft, und mit welchen Mitteln ein 20-jähriger Niederländer die Weltmeere vorerst retten will.

Müllstrudel im Nordpazifik – der achte Kontinent

Nicht schlecht staunte ein Forscher, als er sich im nördlichen Pazifik inmitten einer gigantischen Müllinsel befand. Es stellte sich heraus: Der Müllstrudel umfasst mittlerweile die Fläche Mitteleuropas und sammelt durch Strömungen die Abfälle des gesamten Ozeans. In wissenschaftlichen Kreisen spricht man bereits von einem achten Kontinent, der zwischen Amerika und Asien munter sein rotierendes Unwesen treibt.

Dabei sieht das Schlachtfeld in Form eines Müllbergs nicht nur unästhetisch aus:  Meerestiere verfangen sich in Angelschnüren, verschlucken Plastikteile und verwechseln Mikro-Plastikpartikel mit winzigem Plankton.
So gelangen die Giftstoffe letztendlich auch zurück in die menschliche Nahrungskette: 75% des Meeresmülls bestehen aus Plastik. Dieser braucht circa 450 Jahre, um sich in maritimer Umgebung zu zersetzen. Die Mikropartikel, die übrig bleiben, schweben allerdings weiterhin in den Meeren dieser Welt umher – bis sie schließlich an Stränden oder in Fischbäuchen landen.
Dort setzen sich fettlösliche Schadstoffe wie Weichmacher und Flammschutzmittel frei, und geraten bei der Nahrungsaufnahme direkt  in den menschlichen Organismus. „Solche Umweltgifte können wie Hormone wirken, krebserregend sein und die Fruchtbarkeit schädigen.“, warnt Stephan Lutter, WWF-Experte für Meeresschutz.

Lösungen für das Müllproblem und Umweltpionier Boyan Slat

Das Müllproblem entwickelt sich besonders für kommende Generationen zu einer bedrohlichen Schwierigkeit. Umso beispielhafter wirkt daher das Exempel, das der 20-jährige Boyan Slat statuiert. Der Niederländer entwickelte zusammen mit seinem Team das vielversprechende The Ocean Cleanup-Projekt. Eine gigantische Installation, bestehend aus zwei 50 Kilometer langen Fangarmen, Auffangbehältern und Filtern soll die Strömung im Nordpazifik  unterbrechen und so treibendes Müllgut aufspeichern.

Auch hier in Deutschland haben Forscher der Meeresverschmutzung den Kampf angesagt. Der One Earth – One Ocean e.V. tritt dem ozeanischen Müllproblem mit zahlreichen Projekten entgegen – unter anderem der Forschungs- und Reinigungsstation „Seekuh“, die ab 2015 im Mittelmeer zum Einsatz kommen wird.

Wer dagegen selbst anpacken möchte, sollte nicht nur fleißig spenden und aktiv Verpackungen reduzieren, sondern auch am International Coastal Cleanup-Day teilnehmen. Am dritten Samstag eines jeden Septembers versammeln sich Umweltpioniere aus über 92 verschiedenen Ländern und säubern gemeinsam ihre Küsten. Allein in Deutschland befreiten die Aktivisten 2013 die Küsten von etwa 600 Kilogramm Müll. Weltweit belief die Zahl der eingesammelten Müllberge auf mehr als 5000 Tonnen (!) – darunter Brautkleider, Babyzubehör und Möbel.

Zurück bleiben Millionen von Plastikpartikeln, treibendem Müll und nicht zuletzt eine Vielzahl an Müllinseln wie dem Nordpazifik-Strudel. Eine endgültige Lösung für die Befreiung der Meere vom Abfall gibt es nicht – und doch besteht die Hoffnung, dass sich bald etwas ändern wird. Der Anfang ist schließlich gemacht.

 

Kommentare zu: “Verschmutzung der Meere: (Plastik-) Land in Sicht!

  • 05/10/2014 at 3:09 PM
    Permalink

    Hey Reklimteam,
    Ich finde, dass das größte Umweltproblem dieser Müll ist. Deswegen reicht es nicht, nur vorübergängliche und Prototypen für die Säuberung der Weltmeere einzusetzen. Natürlich, es ist gut Initiative zu ergreifen, doch ich würde es mit verschärften Gesetzen tun anstatt mit einmaligen Aktionen. Dieses Clean-Up-Projekt ist ja ganz nett, aber die Makro-Plastikteilchen fängt es auch nicht. Und außerdem wird das Teil auch nicht 450 Jahre leben/ arbeiten. Und ich denke dass der Plastik sich erst in mindestens 700 Jahren zersetzt und bis dahin wird er sich nur weiter kleiner verteilen und in diese Makroteilchen auflösen. Wenn wir jetzt da nicht richtig Initiative ergreifen werden Tierarten aussterben, wie zum Beispiel eine Schneckenart, welche durch die Weichmacher alle zu einem Geschlecht mutiert sind. Wir müssen Prosteste anzetteln und die Regierung auffordern, diese Verschmutzung viel mehr zu bestrafen. Wenn weiter der Müll unbeachtet in das Meer geworfen wird, werden es meine Enkel nicht mehr genießen können!
    Freundliche Grüße aus Lüneburg, Jakob Adolphi

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